Italienischer Fußballskandal Ermittlungen gegen Reggina, Protest von Rom

Die Urteile gegen die Hauptverantwortlichen im Manipulationsskandal der Serie A sind bereits gesprochen. Doch nun ist den Fahndern ein weiterer verdächtiger Verein aufgefallen. Derweil ficht Lazio Rom auch die abgemilderte Strafe für den Club an.


Rom - Staatsanwalt Stefano Palazzi habe nach Prüfung eines Berichts von Chef-Ermittler Saverio Borrelli entschieden, den Prozess gegen den süditalienischen Verein Reggina Calcio zu eröffnen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera". Vereinspräsident Lillo Foti soll Spiele durch Absprachen manipuliert haben. Auch zwei Schiedsrichter sollen in die illegalen Manipulationen verwickelt sein. Ihnen drohe die Suspendierung, hieß es. Insgesamt gehe es um sechs Partien aus der Saison 2004/2005.

Erst Ende Juli hatte das Sportgericht des italienischen Verbandes die Urteile gegen die ins Visier geratenen Erstliga-Clubs AC Mailand, Lazio Rom, AC Florenz und Juventus Turin abgemildert. Trotz der herabgestuften Strafen wehrt sich Lazio gegen den Abzug von elf Punkten, zu dem der Club verurteilt worden ist.

Die Römer taten es Juventus Turin gleich und legten beim Nationalen Olympischen Komitee (CONI) Einspruch gegen die verhängte Strafe ein, die auch eine Stadionsperre für zwei Spieltage und eine Geldstrafe von 100.000 Euro beinhaltet. Auch Clubchef Claudio Lotito will gegen die zweieinhalbjährige Berufssperre und die 30.000 Euro Geldstrafe vorgehen, zu der er verurteilt wurde.

Das Schlichtungskomitee ist beauftragt, eine Einigung zwischen dem italienischen Fußballverband, der die Ermittlungen gegen die Clubs in die Wege geleitet hat, sowie den bestraften Vereinen zu suchen. Sollte es zu keiner Vereinbarung kommen, könnten die Teams anschließend bei einem unabhängigen Verwaltungsgericht in Rom Einspruch einreichen.

Der AC Milan, der trotz der Strafe in der Qualifikation zur Champions League starten darf, hat auf weitere rechtliche Schritte verzichten. Rekordmeister Juventus Turin, der zum Zwangsabstieg in die Serie B und zu einem Punktabzug von 17 Zählern verurteilt wurde, hat bereits vergangene Woche beim CONI Einspruch gegen die Strafe eingereicht.

kob/dpa/sid



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