Löw-Ärger über rechte Fans "Ich bin voller Wut"

"Diese Chaoten wollen wir nicht": Bundestrainer Joachim Löw hat die deutschen Problemfans beim WM-Qualifikationsspiel in Tschechien verurteilt. Zudem forderte er harte Sanktionen.

Joachim Löw
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Bundestrainer Joachim Löw hat sich in aller Deutlichkeit vom "zutiefst verachtenswerten" Verhalten deutscher "Chaoten" beim WM-Qualifikationsspiel in Prag gegen Tschechien distanziert und harte Konsequenzen gegen diese Art von "Fans" gefordert. "Ich bin voller Wut und wirklich sehr, sehr angefressen", sagte Löw über die Vorfälle am Freitagabend.

Dort hatten etwa 200 deutsche Problemfans mit Provokationen, Pöbeleien und nationalsozialistischen Rufen "die Bühne des Fußballs und eines Länderspiels benutzt und mit ihrem oberpeinlichen Auftreten viel Schande über unser Land" gebracht, wie Löw bei der Pressekonferenz vor dem WM-Qualifikationsspiel am Montag gegen Norwegen (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: RTL) sagte.

Löw sprach von "unsäglichem Verhalten, diese Chaoten wollen wir nicht! Wir sind nicht deren Nationalmannschaft, das sind nicht unsere Fans". Die Nationalmannschaft stehe für ein "respektvolles, tolerantes und weltoffenes Deutschland" und wolle so auch im Ausland auftreten. Am Tag zuvor hatte bereits DFB-Präsident Reinhard Grindel klar Stellung zu den "Krawallmachern" bezogen.

Der Bundestrainer forderte, "dass wir jetzt nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen sollten" und verlangte "absolut harte Sanktionen". Daher sei es "vollkommen richtig" gewesen, dass die Mannschaft in Prag nach dem Spiel nicht zu den deutschen Fans gegangen sei.

mru/dpa/sid



insgesamt 18 Beiträge
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rjb26 03.09.2017
1. ich mag keine
Randalieren und Hooligans im Fussball. Ich mag auch nicht den DFB und Löw. dann könnte Fussball wieder s gäb sein
lancerfoto 03.09.2017
2. Das kam zu spät Herr Löw!
... um glaubhaft zu wiken. Bei mir kam es jedenfalls so an, als ob sie erst mal die Größe der Welle vermessen wollten, um danach über ihre eigene Reaktion zu entscheiden. Da waren ihre Spieler deutlich couragierter.
lupo44 03.09.2017
3. eine späte Stellungnahme von Löw ist besser als Keine.....
aber diese Entwicklung die man wirklich verurteilen muß als Fußballfan hat auch etwas damit zu tun,dass man den Anfängen solcher Randale nicht rechtzeitig entgegen getreten ist auch von Seiten des DFB.Das beginnt in den "kleinen Fußballbetrieb" Die sportliche Revalität ist eine ganz Normale und hat auch ihre Regeln.Über den Fanclubs sollte der DFB immer wieder über dieses Regelwerk sprechen.Mit Aussperrungen ganzer Fanblocks erreicht man das was sich jetzt teilweise entlädt in den Stadien.Dazu kommt das leidige Thema der angestrebten Aussperrung vieler Fußballfans an den Fernsehgeräten.Wer sich keine Zusatzprogramme leisten kann ,wird einfach nicht mehr berücksichtigt.Da sollte man vom DFB alles in Bewegung setzen um diese Entwicklung auf zu halten. Wenn heute die Spieler Millionen verdienen ua. über die Einanhmen und den Werbeverträgen dann sollte auch Geld übrig bleiben für die Allgemeinheit.Auch ein Thema für Herrn Löw.Fußball lebt durch die Masse von Fans.Vorraussetzungen für die Masse sich auch gegen die Störer durch zu setzen.
pontiaxxx 03.09.2017
4. Auf vielen Bildern...
...und Filmausschnitten sind die Gesichter dieser Dummköpfe ausreichend gut zu erkennen. Es wäre kein größeres Problem sie ausfindig zu machen. Ich bin sicher das der eine oder andere Fanbeauftragte so manchem mit vollem Namen kennt, natürlich nicht ohne Grund. Bundesweite Stadionverbote...am besten rückwirkend ! Warum machen die meisten Vereine nicht von ihrem Hausrecht gebrauch ? Würde man hier konsequenter durchgreifen, müssten einige dieser Dosenbier-Krakehler ihre Lieder außerhalb des Stadions singen, weitaus angenehmer für viele, finde ich. Also, liebe Fussballverantwortliche...wer die Blutgrätsche durchzieht fliegt ganz klar vom Platz...das sollte auch für die Tribüne gelten !
noalk 03.09.2017
5. Harte Sanktionen?
Kann man einem Verzicht auf einen Dank an die Fans als (harte) Sanktion bezeichnen? Hier sind in der Tat die richtigen Fans gefordert, sich sichtbar von den Pöblern abzugrenzen.
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