Fußballnationalmannschaft Löw hört nach der EM im Sommer als Bundestrainer auf

Trotz Vertrag bis 2022: Joachim Löw wird seine Tätigkeit als Bundestrainer nach der EM beenden. Darum bat Löw – und der DFB stimmte dem Vorhaben zu.
Nach 17 Jahren beim DFB: Löw zieht den Schlussstrich

Nach 17 Jahren beim DFB: Löw zieht den Schlussstrich

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Alexander Neis / Eibner / imago images

Joachim Löw wird seine Tätigkeit als Bundestrainer nach der Europameisterschaft in diesem Sommer beenden. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund mit. Der Bundestrainer bat darum, seinen ursprünglich bis zur WM 2022 laufenden Vertrag vorzeitig zu beenden. Dem stimmte der DFB zu.

»Ich gehe diesen Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit riesiger Dankbarkeit, gleichzeitig aber weiterhin mit einer ungebrochen großen Motivation, was das bevorstehende EM-Turnier angeht«, wird Löw in einer Mitteilung des DFB zitiert. »Stolz, weil es für mich etwas ganz Besonderes und eine Ehre ist, mich für mein Land zu engagieren. Und weil ich insgesamt fast 17 Jahre mit den besten Fußballern des Landes arbeiten und sie in ihrer Entwicklung begleiten durfte.«

Der 61 Jahre alte Löw hatte den Job nach der WM 2006 von seinem damaligen Chef Jürgen Klinsmann übernommen und die DFB-Auswahl 2014 in Brasilien zum vierten WM-Triumph geführt. Löw ist aktuell der dienstälteste Nationalcoach der Welt. Seine Bilanz bisher: 189 Spiele, 120 Siege, 38 Unentschieden, 31 Niederlagen.

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Für die EM verspüre er »weiterhin den unbedingten Willen sowie große Energie und Ehrgeiz«, sagte Löw: »Ich werde mein Bestes geben, unseren Fans bei diesem Turnier große Freude zu bereiten und erfolgreich zu sein.« Bei dem um ein Jahr verschobenen Turnier trifft die Nationalmannschaft in der Gruppenphase im Juni in München zunächst auf Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Außenseiter Ungarn.

Laute Kritik seit der WM 2018

DFB-Präsident Fritz Keller äußerte »großen Respekt vor der Entscheidung von Joachim Löw. Der DFB weiß, was er an Jogi hat, er ist einer der größten Trainer im Weltfußball.« Mit der frühzeitigen Ankündigung seines Abschieds lasse er dem DFB »die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß seinen Nachfolger zu benennen«.

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Christian Charisius / dpa

Seit dem Debakel bei der WM 2018 in Russland mit dem Vorrunden-Aus steht Löw in der Kritik. Zuletzt wurde nach dem 0:6 in Spanien im Herbst des Vorjahres erneut über eine vorzeitige Ablösung des Bundestrainers debattiert. Erst nach klärenden Gesprächen mit der DFB-Spitze durfte Löw weitermachen.

Vor der EM wartet auf die Nationalmannschaft der Start in der WM-Qualifikation für das Herbst-Turnier in Katar 2022. Die Gegner Ende März sind Island, Rumänien und Nordmazedonien. Zudem wird die Kader-Bekanntgabe im Mai für die EM mit Spannung erwartet.

Dann geht es auch um die Frage, ob Löw die Bayern-Profis Thomas Müller und Jérôme Boateng sowie BVB-Star Mats Hummels zurückholt. Nach der WM 2018 und schlechten Ergebnissen in der Nations League hatte Löw das Trio aus seinen Planungen gestrichen.

An dieser Maßnahme gab es anhaltende Kritik, da Müller, Hummels und Boateng im Verein starke Leistungen gezeigt hatten, die Nationalauswahl aber hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben war. Zuletzt hatte Löw angedeutet, dass er zur EM nun doch wieder mit ihnen planen wird. »Besondere Umstände«, sagte Löw dem "kicker", »können eine Unterbrechung des Umbruchs rechtfertigen.«

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Wer übernimmt?

Als möglicher Löw-Nachfolger wird unter anderem Jürgen Klopp, 53, gehandelt, der mit dem FC Liverpool in der Premier League tief in der sportlichen Krise steckt. Der frühere BVB-Trainer hatte zuletzt immer auf seinen bis 2024 laufenden Vertrag in Liverpool verwiesen. Auch der Name des früheren Leipziger Trainers Ralf Rangnick, 62, wurde in der Diskussion nach dem Spanien-Spiel genannt.

Eine interne, aber derzeit eher unwahrscheinliche Lösung wäre die Beförderung von Löws derzeitigem Co-Trainer Marcus Sorg, 55. Auch beim DFB bereits angestellt ist U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz, 58, der mit den DFB-Junioren zunächst noch bei der Nachwuchs-EM im Einsatz ist.

jan/dpa/sid