Länderspiel gegen Argentinien Löw plant mit Stark und Waldschmidt in der Startelf

Die Meldungen über Spielerabsagen für das Länderspiel gegen Argentinien reißen nicht ab. Der Bundestrainer muss daher neue Profis ausprobieren. Die Nominierung von Suat Serdar sorgt für Irritationen in der Türkei.

Der Bundestrainer beim Training in Dortmund
FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

Der Bundestrainer beim Training in Dortmund


Die Liste der Spieler, die für das Testländerspiel am Mittwoch gegen Argentinien nicht zur Verfügung stehen, ist für Bundestrainer Joachim Löw noch länger geworden: Auch Jonathan Tah, Ilkay Gündogan und Timo Werner können wegen Verletzung und Krankheit am Mittwoch nicht spielen. So erhalten andere Spieler ihre Chance - Löw garantierte dem Herthaner Niklas Stark und dem Freiburger Luca Waldschmidt ihr Debüt in der Nationalmannschaft.

"Die Lage ist sehr angespannt und sehr unerfreulich", stellte Löw angesichts der Absagenflut fest. Auf mehr als zehn Spieler muss der Bundestrainer verzichten, darunter sind bewährte Kräfte wie Gladbachs Matthias Ginter oder die PSG-Akteure Julian Draxler und Thilo Kehrer. Daher hat Löw - für ihn eher unüblich - mehrere Nachnominierungen vorgenommen. Freiburgs Robin Koch und Sebastian Rudy von 1899 Hoffenheim wurden noch am Montag zur Nationalmannschaft berufen. "Sebastian Rudy kennt die Abläufe, er ist bei mir immer ein wichtiger Spieler gewesen", begründete Löw, warum er Rudy nach längerer Auszeit wieder berufen hat.

Neben Koch und Waldschmidt ist auch der Schalker Suat Serdar erstmals dabei. Dessen Berufung wurde vom türkischen Verband mit Unverständnis aufgenommen. "Ich war bei seinem Vater und bei Schalke-Spielen, nur für Suat. Wir respektieren seine Entscheidung, aber sie hätte offen gesagt werden sollen", sagte der Trainer der türkischen Nationalmannschaft, Senol Günes, auf einer Pressekonferenz vor den EM-Qualifikationsspielen gegen Albanien und Frankreich.

Günes kritisiert die Vorgehensweise des früheren Spielers von Mainz 05, der in Bingen am Rhein geboren wurde. Nach Angaben des 67-Jährigen war der türkische Verband im Unklaren gelassen worden, ob sich Serdar für Deutschland oder die Türkei entscheiden werde, sodass die Nachnominierung des U21-Vize-Europameisters durch Bundestrainer Joachim Löw die Verantwortlichen überrascht habe.

"Es wurde gesagt, dass Serdar nicht für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen werde", sagte Günes, weshalb sich der türkische Verband große Hoffnungen auf den Einsatz der Offensivkraft gemacht hatte. Allerdings war Serdar mit 13 Jahren erstmals für eine deutsche Auswahl berufen worden und hatte anschließend die deutschen Jugendmannschaften durchlaufen.

aha/dpa



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dr.bernd_fabry@web.de 08.10.2019
1. Um das einmal klar zum Ausdruck zu bringen
Herr Serdar, über dessen fußballerischen Qualitäten ich mir kein Urteil anmaßen kann, ist offensichtlich in Deutschland geboren, hier aufgewachsen, hat für deutsche Auswahlmannschaften gespielt und zumindest aus meiner Sicht ist der junge Mann Deutscher. Ob er einen "Migrationshintergrund" hat (so heißt das ja wohl sprachlich korrekt) oder nicht, ist mir bei ihm wie bei anderen Deutschen herzlich gleichgültig. Was also ist bitte für den Trainer der türkischen Nationalmannschaft daran überraschend, wenn sich ein Deutscher dafür entscheidet, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen? Entlarvend hingegen ist der Satz, er (der Trainer) habe doch extra mit Herrn Serdars Vater gesprochen. Auch ein Teil unserer deutschen Kultur ist es, dass Menschen nach Erreichen der Volljährigkeit ihre Entscheidungen selbst treffen können und dies gottlob auch fleißig tun.
25alex67 08.10.2019
2. Er kennt die Abläufe.
Da fallen mir spontan noch ein, zwei Kicker ein, die die Abläufe bei der Nationalmannschaft ganz gut kennen und auch halbwegs kontrolliert gegen den Ball treten können, aber nicht mitspielen dürfen. Aber da ist der Abgrund zu tief und zu breit, da kann er gar nicht drüberspringen, der Herr Löw, jedenfalls nicht ohne vollständigen Gesichtsverlust. Er hat halt irgendwie strategisch (man könnte auch sagen: taktisch) einiges falsch gemacht in den vergangenen Monaten. Vor allem war sein Timing richtig schlecht. Egal, ich drück dem Team jedenfalls die Daumen.
thorgur 08.10.2019
3. Der halbe Kader ist krank ?
So, so, geht eine Epidemie um ? Habe nichts davon gehört. Nennen wir das Kind doch beim Namen: Die Herren haben keinen Bock und wollen sich lieber entspannen. Beim nächsten Ligaspiel stehen die alle wieder auf dem Platz. Ziemlich charakter- und respektlos. Auch gegenüber dem Gegner. Aber was kann man von bezahlten Söldnern, die nur noch fürs Geld spielen, schon erwarten. Wenn man Ihnen eine Million rüberschiebt kommen die alle.
sysadm53 08.10.2019
4. Warum spielt Reus noch?
Wenn verjüngen, dann auch konsequent.
philipp.zuerich 08.10.2019
5.
Wenn wundert ein solches Verhalten eines Verbandes der selbst auf Niklas Süle allein wegen dem Ü im Namen Anspruch erhoben hat? Aber gut noch ist nicht aller Tage Abend. Orban von Leipzig wartete auch ewig darauf, dass Boateng und Hummels den Platz für ihn räumen ehe er sich für Umgarn entschied. und kaum tat er dies änderte Jogi seine Meinung und warf die beiden raus. Nun beglückt er uns mit Stark und Koch...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.