Nach WM-Halbfinalaus Löw verteidigt Neid gegen Kritik

Bundestrainerin Silvia Neid hat einen prominenten Fürsprecher gefunden. Joachim Löw hält die Kritik an seiner Kollegin für "schlechten Stil". Aus der Liga gibt es aber weiter Gegenwind für die Trainerin.

Bundestrainerin Neid: "Mit den direkten Kollegen besprechen"
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Bundestrainerin Neid: "Mit den direkten Kollegen besprechen"


Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat seine Amtskollegin Silvia Neid verteidigt und deren Kritiker Vorwürfe gemacht. "Was in der Öffentlichkeit vom einen oder anderen Trainerkollegen gesagt wurde, ist einfach mieser Stil - vor allem die Art und Weise", sagte Löw der "Bild"-Zeitung: "Kritik unter Kollegen sollte man direkt mit den beteiligten Trainern besprechen. So haben wir es beim DFB immer gehalten."

Die Bundesliga-Trainer Ralf Kellermann (VfL Wolfsburg), Colin Bell (1. FFC Frankfurt) und Bernd Schröder (Turbine Potsdam) hatten in den vergangenen Tagen unter anderem mangelnde taktische Flexibiliät bei der Bundestrainern bemängelt. Deutschlands Fußball-Frauen waren bei der WM in Kanada durch ein 0:2 gegen den späteren Weltmeister USA im Halbfinale gescheitert und hatten auch das Spiel um Platz drei gegen England 0:1 nach Verlängerung verloren.

Dass Neid danach zum Gegenschlag ausholte und erklärte, die Spielerinnen seien "in einem katastrophalen Zustand" zu ihr gekommen, empfand wiederum Frankfurts Manager und Liga-Sprecher Siegfried Dietrich als "irritierend".

Vor allem, dass sie die Aussage "erst nach zwei verlorenen Spielen am WM-Ende konstatiert", sagte Dietrich der "Bild"-Zeitung: "Das hat sie vor dem Turnier nicht gesagt. Ganz im Gegenteil. Nach dem Spiel gegen Schweden lobte sie die Mannschaft für ihre sehr gute Verfassung. Deshalb halte ich diese Kritik für sehr undifferenziert. So wirken wir Deutsche jetzt wie schlechte Verlierer."

aha/sid



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CaptainSubtext 06.07.2015
1.
Vor allem, dass sie die Aussage "erst nach zwei verlorenen Spielen am WM-Ende konstatiert", sagte Dietrich der "Bild"-Zeitung: "Das hat sie vor dem Turnier nicht gesagt. Ganz im Gegenteil. Nach dem Spiel gegen Schweden lobte sie die Mannschaft für ihre sehr gute Verfassung. Eben. Ein allzu offensichtliche Schutzbehauptung. Die DFB-Frauen befinden sich auf dem besten Weg alle Fehler der Männer nachzuahmen. Leider ist das allgemeine Niveau im Frauenfußball nicht hoch genug, das man bei einer EM mal in Vorrunde rausfliegen könnte. So werden sie sich weiter auf ihren Lorbeeren ausruhen und Klüngelwirtschaft betreiben.
wzwoelf 06.07.2015
2. Ist klar
das Herr Löw Frau Neid verteidigt, denn die Titel die ihre Mannschaften gewonnen haben, wurden von den Mannschaften trotz ihrer Trainer gewonnen und nicht mit Hilfe des/der Trainer/in. Zur Ehrenrettung von Herr Löw muss allerdings festgehalten werden dass er etwas dazu gelernt hat und Änderungen an seinenm System vornimmt, wenn auch durch Verletzungen angestossen. Aber immerhin lernfähig, im Gegensatz zu Frau Neid, die sich auch noch als schlechte Verliererin prässentiert. Ich sage, Wurstverkaufen ist nicht so schwer, aber auch nicht so gut bezahlt. Dies wird wohl der Grund sein, dass dem DFB Frau Neid leider noch lange erhalten bleibt, nach dem Motto: Ich klüngle, Sie klünglt, wir (DFB) klüngeln = kritiklose Wohlfühloase.
willyzantis 06.07.2015
3. silvia neid
was für ein unfaires verhalten dieser frau. sie macht die vereine verantwortlich für die schlechte ver- fassung der spielerinnen. die schwache vorstellung so- wohl in der vorrunde als auch im spiel um den einzug ins finale zog sich wie ein roter faden durch das gesamte turnier. sie muß sich die berechtigte kritik schon gefal- len lassen, denn dem spiel fehlte jegliches spielver- ständnis, spielwitz noch war eine spielsystem zu er- kennen. die3 schuld dafür anderen anzulasten
Gurgelhupf 06.07.2015
4. Hm...
Dass die Entwicklung eher nach unten geht, ist spätestens seit der WM 2011 - eher sogar noch früher - mehr als offensichtlich. Vielleicht haben es die Bundesligatrainer ja schon seit Jahren mit interner Kritik versucht, aber mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass sie damit nicht weiterkommen. Frau Neids Aussagen lassen ja nicht gerade darauf schließen, dass sie in der Lage ist, Kritik anzunehmen...
colinchapman 06.07.2015
5. das ist das Ergebnis des höheren Niveaus heute
ich denke, Frau Neid hat nichts falsch gemacht. Dass ihre Mannschaft nicht mehr gegentorlos durch ein Turnier spaziert wie weiland 2007, ist nicht der nachlassenden Leistung der eigenen Mannschaft geschuldet, sondern derm stärkeren Wettbewerb. Der Frauenfußball macht jetzt die Entwicklung hin zur Professionalisierung mit, die der Männerfußball in den 60ern/70ern absolvierte. Die deutsche Damenmannschaft war schon imemr hochprofessionell, jetzt sind es die anderen auch. Die Revolution frißt ihre Kinder. Oder, um es im Fußballjargon auszudrücken: Die Spitze ist in der Dichte breiter geworden...
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