Nach rassistischen Beleidigungen gegen Torunarigha Schalke 04 muss 50.000 Euro zahlen

Affenlaute waren zu hören gewesen: Jordan Torunarigha wurde im Spiel beim FC Schalke 04 übel beleidigt. Die Gastgeber zeigten sich solidarisch mit dem Hertha-Profi. Vor einer Strafe hat das die Schalker nicht bewahrt.
Jordan Torunarigha war auf Schalke rassistisch beleidigt worden

Jordan Torunarigha war auf Schalke rassistisch beleidigt worden

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Andreas Gora/ dpa

Der FC Schalke 04 ist wegen der rassistischen Anfeindungen von Teilen seiner Fans in Richtung des Hertha-Profis Jordan Torunarigha mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro belegt worden. Dieses Urteil fällte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes.

Bis zu 16.000 Euro davon kann der Verein für konkrete Maßnahmen im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung verwenden, was dem DFB bis zum 30. September 2020 nachzuweisen wäre. Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Schalke 04 hat sich in der Vergangenheit vehement gegen Rassismus eingesetzt, zuletzt mit einer Aktion unter dem Motto: "Steht auf, wenn ihr Schalker seid. Steht auf, wenn ihr Menschen seid." Auch Fan-Initiativen engagierten sich immer wieder gegen Fremdenfeindlichkeit. Dennoch waren die Beleidigungen gegen Torunarigha für Schalke nicht der einzige Rassismusskandal innerhalb der vergangenen Monate. Auch am vergangenen Wochenende beim Spiel gegen den SC Paderborn sollen wieder Affenlaute zu hören gewesen sein. Das bestätigte der Verein dem WDR.

Zuletzt war Schalke 04 wegen der rassistischen Äußerungen von Vorstandschef Clemens Tönnies in die Schlagzeilen geraten.

Affenlaute im DFB-Pokal

Im Achtelfinale des DFB-Pokals (3:2 n.V.) gegen Hertha BSC am Dienstag vergangener Woche hatten Schalke-Fans Torunarigha rassistisch beleidigt, Affenlaute waren zu hören gewesen. "Mir fehlt jegliches Verständnis für Vollidioten dieser Art", hatte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider im Anschluss gesagt.

Torunarigha erfuhr im Nachgang Zuspruch und Unterstützung. Schalkes Trainer David Wagner hätte auch Verständnis für einen Spielabbruch gehabt. "Wenn wir sagen, wir kicken nicht weiter, dann kicken wir nicht weiter. Ich hätte überhaupt kein Problem damit", hatte er nach der Partie gesagt.

Torunarigha hat mithilfe seines Vereins Strafanzeige gegen unbekannt gestellt.

ptz/sid
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