Jordanien Viele Verletzte nach Ausschreitungen

Trauriges Ende eines Fußballspiels: In Jordanien ist es nach einer Meisterschaftspartie zu Ausschreitungen gekommen. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt, nachdem Steinewerfer für eine Massenpanik gesorgt hatten. Polizisten schlugen auf Zuschauer ein.
Polizisten gegen Zuschauer: Gewalt auf der Tribüne

Polizisten gegen Zuschauer: Gewalt auf der Tribüne

Foto: STR/ REUTERS

Hamburg - Bei schweren Zusammenstößen nach einem Fußballspiel in Jordanien sind am Freitagabend rund 150 Menschen verletzt worden, unter ihnen 25 Polizisten. Viele der Verletzten mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Lokale Medien sprachen sogar von 250 Verletzten.

Die Unruhen waren kurz nach dem Meisterschaftsspiel der beiden führende Vereine Wihdat und Faisali ausgebrochen, sagte der stellvertretende Regierungschef Ayman Safadi der amtlichen Nachrichtenagentur Petra. Wihdat hatte die Partie 1:0 gewonnen. Daher sollten die Fans des unterlegenen Teams zuerst das König Abullah-Stadion bei Amman verlassen.

Die Fans liefen zu den Ausgängen, als Personen außerhalb des Stadions begannen, Steine auf die Zuschauer zu werfen. Es kam zu einer Massenpanik, bei der die vor den Steinewerfern Flüchtenden einen Metallzaun umrissen, der die Zuschauerränge vom Spielfeld trennte.

Augenzeugen berichteten, Fans hätten Steine und Flaschen auf das Spielfeld geworfen, bevor der Zaun kollabiert sei. Daraufhin seien Polizisten auf die Tribünen gegangen und hätten manche Zuschauer geschlagen.

Außerhalb des Stadions gingen die Ausschreitungen weiter. In anliegenden Straßen wurden Autos zerstört. Safadi kündigte harte Konsequenzen gegen die Verantwortlichen an. Fans beider Vereine haben sich in den vergangenen Jahren wiederholt blutige Auseinandersetzungen geliefert.

Die beiden Clubs sind Rivalen. Die Spieler bei Faisali sind vorwiegend Jordanier, während bei Wihdat vorwiegend jordanische Spieler mit palästinensischen Wurzeln spielen. Sie werden als Repräsentanten der mehr als 1,8 Millionen palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien angesehen.

ulz/dpa
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