Finaltorschütze 1986 gegen Deutschland Argentiniens WM-Held José Louis Brown ist tot

Nach schwerer Krankheit ist der argentinische Fußballweltmeister José Louis Brown im Alter von 62 Jahren gestorben. Sein ehemaliger Teamkollege Diego Maradona zeigte sich erschüttert.

Jose Luis Brown jubelt nach dem 1:0 im WM-Finale 1986
Liedel/ Kicker/ imago images

Jose Luis Brown jubelt nach dem 1:0 im WM-Finale 1986


Der argentinische Fußballweltmeister von 1986, José Louis Brown, ist tot. Der ehemalige Libero der Nationalmannschaft starb im Alter von 62 Jahren. Er litt seit Jahren an Alzheimer und wurde seit Dezember vergangenen Jahres in einer Klinik in La Plata gepflegt.

Maradona erschüttert

Browns ehemaliger Mitspieler Diego Maradona zeigte sich vom Tod von "Tata", so der Spitzname des Verteidigers, erschüttert. "Ich kann es immer noch nicht glauben, weil du immer ein Bulle warst. Wir werden dich sehr vermissen, Tata", schrieb er auf Instagram.

Brown absolvierte 36 Länderspiele für Argentinien. Seinen einzigen Länderspieltreffer erzielte er im WM-Finale 1986 gegen Deutschland. Eine Freistoßflanke von Jorge Burruchaga wurde vom deutschen Torhüter Toni Schumacher unterlaufen, Brown köpfte am zweiten Pfosten unbedrängt ein, nachdem er seinen Kapitän Maradona zur Seite gestoßen hatte, um zum Kopfball zu kommen.

Es war das 1:0 nach 23 Minuten, Argentinien gewann durch einen Treffer von Burruchaga in der 84. Minute 3:2. Es war der zweite Weltmeistertitel für Argentinien nach 1978.

Vom Back-up zum Finaltorschützen

Dabei war die Teilnahme Browns an diesem Turnier schon eine sportliche Überraschung. Der langjährige Verteidiger von Estudiantes de La Plata galt als solider, aber keineswegs herausragender Abwehrspieler, der in der Saison vor dem WM-Turnier wegen einer Kreuzbandverletzung nur wenige Spiele absolvierte. Nationaltrainer Carlos Bilardo nahm den vertragslosen Brown dennoch zur WM mit, als Backup für den etatmäßigen Libero Daniel Passarella.

Als sich dieser verletzte kam Brown überraschend zum Einsatz und absolvierte trotz verletzten Knies alle sieben Turnierspiele. Im WM-Finale kugelte er sich zudem nach einem Zweikampf mit Norbert Eder die Schulter aus - und spielte dennoch durch.

Olympiasieger als Co-Trainer

Nach dem Turnier wechselte er für drei Jahre zu Stade Brest und Real Murcia nach Europa, bevor er beim Racing Club in Argentinien seine Karriere beendete. Als Trainer war er unter anderem bei den U17- und U20-Nationalteams seines Landes tätig. Sein größter Erfolg war 2008 der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen als Assistenztrainer von Sergio Batista.

mfu



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.