1:7 gegen Deutschland Brasiliens Fußballchef ist noch immer traumatisiert

Das Ausscheiden der Brasilianer im WM-Halbfinale gegen Deutschland war so heftig, dass die Südamerikaner noch immer darunter leiden. Der Präsident des brasilianischen Verbandes vergleicht das Trauma sogar mit "Maracanaço".
Brasilianischer Fußballer Luiz: Tränen nach dem 1:7

Brasilianischer Fußballer Luiz: Tränen nach dem 1:7

Foto: EDDIE KEOGH/ REUTERS

Hamburg - Beim Gedanken an die historische 1:7-Niederlage der brasilianischen Nationalmannschaft gegen Deutschland im Halbfinale der Fußball-WM 2014 kommen die Bilder sofort wieder: der auf dem Rasen betende Luiz Gustavo, David Luiz, der vor lauter Tränen fast kein Wort mehr herausbekommt. Der Schmerz der brasilianischen Fußballseele war groß - und er ist noch nicht abgeklungen. Das räumte der scheidende Präsident des Fußballverbands CBF, José Maria Marin, mehr als ein halbes Jahr später ein.

"Ich muss zugeben: Ich habe mich bis heute nicht erholt. Nicht wegen der verlorenen WM, aber wegen der Art", sagte 82-Jährige der brasilianischen Agentur Estado. Er sei auf alles vorbereitet gewesen, aber nicht auf dieses Ergebnis.

Marin, der die CBF-Führung im April an Marco Polo del Nero abgibt, zog einen Vergleich zum bislang größten Trauma der brasilianischen Fußball-Geschichte, dem "Maracanaço". Bei der Fußball-WM 1950 hatte Brasilien im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro das Entscheidungsspiel gegen Uruguay verloren.

Das Turnier vor 65 Jahren habe er im Radio verfolgt, bei der WM 2014 sei er persönlich dabei gewesen. Marin sagte: "Ich kann nicht sagen, welche der beiden Niederlagen die schlimmste war. Beide waren schrecklich."

Die DFB-Elf hatte Gastgeber Brasilien am 8. Juli 2014 im Mineirão-Stadion in Belo Horizonte geschlagen und war ins Finale eingezogen. Dort gewann die Elf von Bundestrainer Joachim Löw gegen Argentinien.

psk/dpa