Steuerhinterziehung Mourinho akzeptiert Bewährungsstrafe

Ein Jahr auf Bewährung, knapp zwei Millionen Euro Geldstrafe: José Mourinho ist wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden.

José Mourinho
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Trainer José Mourinho hat sich mit der spanischen Steuerbehörde wie erwartet auf eine einjährige Gefängnisstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe von knapp zwei Millionen Euro verständigt. Das gab das zuständige Gericht in Spanien bekannt.

Dem 56-Jährigen wurde vorgeworfen, in seiner Zeit bei Real Madrid in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 3,3 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Da in Spanien Erststrafen unter zwei Jahren regelmäßig zur Bewährung ausgesetzt werden, muss der Portugiese allerdings nicht ins Gefängnis.

Die Enthüllungsplattform Football Leaks hatte dem SPIEGEL und dem EIC-Recherchenetzwerk Dokumente zur Verfügung gestellt, die Mourinhos Steuertricks offenbarten: So trat er zum Beispiel seine Bildrechte an eine Firma ab, die den einzigen Zweck erfüllte, dem Coach Millionen Euro an Steuern zu ersparen. Statt des Spitzensteuersatzes für sein Gehalt war dann nur der Unternehmenssteuersatz fällig.

Mourinho hatte zudem Briefkastenfirmen in der Karibik gründen lassen, um nur Bruchteile seiner Werbemillionen versteuern zu müssen. Die Finanzbehörden haben Mourinho deswegen bereits zu einer Strafzahlung in Höhe von mehreren Millionen Euro verurteilt.

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bka/sid



insgesamt 2 Beiträge
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thorgur 05.02.2019
1. Bei 20 Mio Jahregehalt
wird er sich wohl mal kurz ärgern. Aber außer einer kleinen Änderung auf seinem Bankkonto wird er von der "Strafe" nichts spüren. Und vorbestraft zu sein gehört im Fußballgeschäft ja schon eher zum guten Ton. Bei der kriminelle Energie, die er offenbar in seine Steuerhinterziehungstricks geschickt hat, und da er ja auch leidlich intelligent ist und somit wusste was er tut, finde ich das Urteil sehr milde. Aber aufpassen, nicht nachmachen als kleiner Steuersünder. Da gelten andere Regeln. ;)
Celegorm 05.02.2019
2.
Es ist schon eindrücklich, wie die spanische Justiz in allen vergleichbaren Fällen - insbesondere natürlich Messi, Ronaldo und nun Mourinho - geschickt die Strafe so ansetzt, dass sie millimetergenau unter die Grenze passt, die zwingend zu einer Haftstrafe führen würde. Ein Schelm wer da Böses denkt. Dass man als Privatmann ohne Promi-Bonus an gleicher Stelle auch derart viel Augenmass erfahren würde, muss man wohl eher bezweifeln..
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