Verdacht auf Steuerhinterziehung Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Mourinho

José Mourinho steht juristischer Ärger ins Haus: Der Startrainer wird sich in Spanien vor Gericht verantworten müssen. Dem Portugiesen werden Steuervergehen aus seiner Zeit als Coach von Real Madrid vorgeworfen.
José Mourinho

José Mourinho

Foto: PAUL ELLIS/ AFP

Die spanische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen José Mourinho erhoben. Offiziellen Angaben zufolge wird dem Trainer von Manchester United vorgeworfen, 2011 und 2012 Steuern hinterzogen zu haben. Dabei soll es sich um eine Summe von insgesamt 3,3 Millionen Euro handeln, die der 54-Jährige während seiner Zeit als Coach von Real Madrid nicht versteuert haben soll.

"Die Abteilung Wirtschaftskriminalität des Madrider Staatsanwaltschaftsbüros hat beim Untersuchungsrichter Strafanzeige wegen zweier Vergehen gegen das Finanzministerium eingereicht", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

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Die Enthüllungsplattform Football Leaks hatte dem SPIEGEL und dem EIC-Recherchenetzwerk Dokumente zur Verfügung gestellt - darunter auch welche, die zeigen, dass Mourinho alles versucht, um Geld an der Steuer vorbeizuschleusen. Dazu trat er zum Beispiel seine Bildrechte an eine Firma ab, die den einzigen Zweck erfüllte, dem Coach Millionen an Steuern zu ersparen. Statt des Spitzensteuersatzes für sein Gehalt war dann nur der Unternehmensteuersatz fällig.

Mourinho hat zudem Briefkastenfirmen in der Karibik gründen lassen, um nur Bruchteile seiner Werbemillionen versteuern zu müssen. Die Finanzbehörden haben Mourinho deswegen bereits zu einer Strafzahlung in Höhe von mehreren Millionen Euro verurteilt.

Im Dezember hatte DER SPIEGEL mit Recherchepartnern des EIC-Netzwerks enthüllt, dass Mourinhos Werbegelder in eine neuseeländische Stiftung namens Kaitaia flossen. Neuseeländische Ermittler hatten die Berichterstattung daraufhin zum Anlass genommen, das Büro der Stiftung aufzusuchen und Unterlagen anzufordern.

lst
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