Ehemalige Fußballfunktionäre Blatter und Platini wegen Betrugs angeklagt

Als 2015 herauskam, dass der Uefa-Boss Michel Platini von der Fifa unter Präsident Sepp Blatter zwei Millionen Schweizer Franken erhalten hat, stürzten beide. Nun müssen sie sich vor einem Schweizer Gericht verantworten.
Sepp Blatter (links) und Michel Platini im Jahr 2015. Kurz danach wurde die Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken bekannt

Sepp Blatter (links) und Michel Platini im Jahr 2015. Kurz danach wurde die Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken bekannt

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS

Der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter, 85, und der Ex-Uefa-Chef Michel Platini, 65, sind von der Schweizer Bundesanwaltschaft wegen Betrugs und anderer Vergehen angeklagt worden. Hintergrund ist die Untersuchung einer Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini im Jahr 2011 für angeblich lange zurückliegende Beratertätigkeiten.

Seit 2015 spüren die Schweizer Behörden dieser nach. »Die von der BA erhobenen Beweise haben den Verdacht erhärtet, dass diese Zahlung an Platini ohne Rechtsgrundlage erfolgte. Durch diese Zahlung wurde die Fifa am Vermögen geschädigt und Platini unrechtmäßig bereichert«, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Blatter war 17 Jahre Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa . Platini galt als sein designierter Nachfolger. Als die Zahlung im September 2015 bekannt wurde und die Behörden ihre Ermittlungen aufnahmen, führte sie zur vorzeitigen Absetzung Blatters als Fifa-Präsident und beendete die Kampagne des damaligen Uefa-Präsidenten Platini zur Nachfolge seines ehemaligen Mentors. Die Fifa sperrte beide für acht Jahre. Diese Sperren wurden im Februar des Folgejahres auf sechs Jahre reduziert. Platinis Ausschluss wurde später auf vier Jahre reduziert, gleichzeitig gab er seinen Rücktritt als Uefa-Präsident bekannt. Diese Sperre ist mittlerweile abgelaufen.

Es geht um Platinis schriftlichen Antrag an die Fifa im Januar 2011, rückwirkend ein zusätzliches Gehalt für seine Arbeit als Präsidentenberater in Blatters erster Amtszeit von 1998 bis 2002 zu erhalten. Blatter ermächtigte die Fifa, die Zahlung innerhalb weniger Wochen zu leisten. Er bereitete sich auf seine Wiederwahl gegen Mohamed bin Hammam aus Katar vor, wobei Platinis Einfluss auf die europäischen Wähler ein wichtiger Faktor war.

Sowohl Blatter als auch Platini haben lange Zeit ein Fehlverhalten abgestritten und sich auf eine mündliche Vereinbarung berufen, die sie vor mehr als 20 Jahren getroffen hatten, um das Geld zu zahlen.

Blatter wurde nun wegen Betrugs, Misswirtschaft, Veruntreuung von Fifa-Geldern und Urkundenfälschung angeklagt. Platini wurde wegen Betrugs, Veruntreuung, Urkundenfälschung und Beihilfe zu Blatters angeblicher Misswirtschaft angeklagt. Beiden droht nun in einigen Monaten ein Prozess vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona.

mey/AP
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