Fifa-Skandal Blatter will bis Februar 2016 Präsident bleiben

Rückzug? Von wegen! Fifa-Präsident Joseph Blatter denkt gar nicht daran, trotz der Ermittlungen gegen ihn vorzeitig den Vorsitz des Fußball-Weltverbandes abzugeben. Der Schweizer beteuert seine Unschuld.

Fifa-Präsident Blatter: "Nichts Illegales oder Unzulässiges gemacht"
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Fifa-Präsident Blatter: "Nichts Illegales oder Unzulässiges gemacht"


Das Strafverfahren gegen Joseph Blatter bringt den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes Fifa immer weiter in Bedrängnis - doch der Schweizer denkt gar nicht daran, vorzeitig abzutreten. Er werde bis zum außerordentlichen Fifa-Wahlkongress am 26. Februar im Amt bleiben, ließ Blatter über seinen Anwalt Richard Cullen mitteilen.

In dem am Montagabend veröffentlichten Statement heißt es weiter, Blatter hätte zur Fifa-Belegschaft gesprochen und seine Mitarbeiter informiert, "dass er mit den Behörden kooperiere, und dass er nichts Illegales oder Unzulässiges gemacht habe".

Vergangenen Donnerstag hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft das Verfahren gegen Blatter wegen des "Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung" sowie eventuell "wegen Veruntreuung" eröffnet. Es bestehe der Verdacht, dass Blatter am 12. September 2005 mit der Caribbean Football Union, deren Präsident Jack Warner war, einen für die Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen habe, hieß es weiter. Dabei handelt es sich wohl um TV-Rechte, die Blatter mutmaßlich für einen Preis weit unterhalb des Marktwertes veräußert hatte.

Zahlungen an Platini laut Blatter zulässig

Zudem ist eine Zahlung von Blatter an Uefa-Präsident Michel Platini in den Fokus der Ermittler geraten. Der Franzose, der im Februar eigentlich Blatters Nachfolge antreten wollte, hat 2011 vom Noch-Fifa-Präsidenten zwei Millionen Franken kassiert, für angebliche Dienste in der Zeit von 1999 bis 2002. Kurz nach dem Geldeingang hat Platini damals die Uefa kollektiv darauf eingeschworen, bei der Fifa-Präsidentschaftswahl für Blatter zu stimmen, der auch wiedergewählt wurde.

Blatter stellte über seinen Anwalt klar, dass die Zahlung an Platini legitim sei. Der Franzose habe "ein Beschäftigungsverhältnis mit der Fifa als Berater des Präsidenten ab 1998" gehabt. Demnach seien die Zahlungen eine zulässige Vergütung - und nicht mehr.

Platini selbst erklärte, die Zahlung 2011 rechtmäßig erhalten zu haben. Die ausgezahlte Summe sei der Restbetrag des vereinbarten Honorars gewesen, "nachdem erste Teilbeträge gezahlt worden waren". Zudem habe er seine Anhörung durch die Fifa-Ethikkommission beantragt.

Folgen des Fifa-Skandals

ham/sid/dpa



insgesamt 73 Beiträge
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epicur 28.09.2015
1.
Ein weiterer größenwahnsinniger Mann, der an der Macht klebt. Wer gibt diesem Menschen noch die Hand?
p.donhauser, 28.09.2015
2.
von mir aus bis 2050.
faldenborg 28.09.2015
3. Putinversteher
Ich gehe mal davon aus, dass gleich die Putinversteher dem Sepp beistehen werde, da ja Ihr großer Führer diesen Mann für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hat. Schönen Dank für eine gelenkte Debattenkultur!
nageleisen 28.09.2015
4. Als er die WM nach Deutschland holte
wollte ihn keiner loswerden und niemand interessierte sich für angebliche Korruption.
joppop 28.09.2015
5. Kram
Blatter, Winterkorn,Merkel,Obama, alle die selbe kram!
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