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Blatters Fifa-Karriere: Entwicklungshelfer, Generalsekretär, Big Boss

Foto: Bob Thomas

Fifa-Skandal Schweiz ermittelt gegen Blatter

Die Bundesanwaltschaft in der Schweiz ermittelt jetzt auch gegen Fifa-Boss Joseph Blatter. Es geht um die Korruptionsaffäre im Fußball-Weltverband. Auch Uefa-Boss Michel Platini ist vernommen worden.

Die schweizerischen Justizbehörden ermitteln auch gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag mit. Zuvor hatte die Fifa eine geplante Pressekonferenz mit dem 79 Jahre alten Schweizer ohne Angabe von Gründen abgesagt.

"Die Bundesanwaltschaft der Schweiz hat gegen den Präsidenten der Fédération Internationale de Football Association (Fifa) ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie - eventualiter - wegen Veruntreuung eröffnet", heißt es in der Presseerklärung der schweizerischen Bundesanwaltschaft.

Das Verfahren sei demnach bereits am Donnerstag eröffnet worden. Es bestehe der Verdacht, dass Blatter am 12. September 2005 mit der Caribbean Football Union, deren Präsident Jack Warner war, einen für die Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen habe, heißt es weiter. Dabei handelt es sich wohl um TV-Rechte, die Blatter mutmaßlich für einen Preis weit unterhalb des Marktwertes veräußert hatte.

Schweizerische Behörden vernehmen auch Uefa-Chef Platini

Auch Michel Platini gerät in den Fokus: Der Uefa-Präsident wurde "gleichzeitig als Auskunftsperson von Vertretern der Bundesanwaltschaft einvernommen". Blatter wird eine treuwidrige Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken im Februar 2011 an Platini zulasten der Fifa vorgeworfen, angeblich für Dienste, die zwischen Januar 1999 und Juni 2002 geleistet wurden.

Eine Fortsetzung von Blatters Präsidentschaft bis zum geplanten Abtrittstermin 26. Februar 2016 erscheint nach der Eröffnung des Ermittlungsverfahrens undenkbar. Die Folgen für den Franzosen Platini, der als "Auskunftsperson" angehört wurde, und dessen Kandidatur für Blatters Nachfolge sind noch nicht abzusehen.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sei Blatter am Freitag nach der Sitzung des Exekutivkomitees in Zürich vernommen worden. Zudem wurde Blatters Büro in der Fifa-Zentrale durchsucht und Datenmaterial sichergestellt, teilte die Behörde mit.

Erst vor einer Woche war der langjährige Blatter-Vertraute Jérôme Valcke als Fifa-Generalsekretär suspendiert worden. Der Franzose wurde nach "einer Reihe von Vorwürfen" von der Fifa vorläufig seines Amtes enthoben. Gegen den Franzosen sind Korruptionsanschuldigungen im Zusammenhang mit der Vergabe von Ticket-Kontingenten laut geworden, er wies diese zurück.

In einer ersten Reaktion sagte die Fifa der schweizerischen Bundesanwaltschaft ihre volle Unterstützung zu. "Die Fifa hat alle angeforderten Dokumente, Daten und Informationen zur Verfügung gestellt. Wir werden auch bei den weiteren Untersuchungen auf diesem Level kooperieren", teilte der Verband mit.

bka/dpa/sid/Reuters
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