Erstes Coming-out in australischer A-League »Ich bin Fußballer, und ich bin schwul«

Ex-Nationalspieler Philipp Lahm hatte zuletzt schwulen Fußballern geraten, erst nach ihrem Karriereende über ihre Homosexualität zu sprechen. Der 21-jährige Josh Cavallo wollte nicht so lange warten.
Josh Cavallo

Josh Cavallo

Foto: BRENDON THORNE / imago images / AAP

Mittelfeldspieler Josh Cavallo hat als erster aktiver Fußballprofi in der australischen A-League sein Coming-out gegeben. »Ich bin Fußballer, und ich bin schwul«, verkündete der 21-Jährige von Adelaide United am Mittwoch auf Social Media.

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Sein Klub, die Liga sowie der australische Verband reagierten mit unterstützenden Kommentaren auf die Nachricht. Er wolle bloß Fußball spielen und eine gleiche Behandlung erfahren, sagte Cavallo, der bereits für die australische U-20-Nationalmannschaft aufgelaufen ist: »Zu versuchen, das Beste aus seinen Fähigkeiten herauszuholen und dieses Doppelleben zu führen, ist anstrengend. Ich möchte nicht, dass irgendjemand diese Erfahrung machen muss.«

Bislang haben nur wenige Fußballer weltweit ihre Homosexualität öffentlich gemacht, meist erst nach ihrem Karriereende. 1990 ging Justin Fashanu als erster aktiver Profi diesen Schritt, fand jedoch keine Akzeptanz und nahm sich 1998 das Leben.

Englischer B-Nationalspieler Justin Fashanu

Englischer B-Nationalspieler Justin Fashanu

Foto: Getty Images

Fashanus Fall habe ihn bei seinen Überlegungen »beunruhigt«, erzählte Cavallo. Die Unterstützung seines Klubs, der Teamkollegen und der Funktionäre sei allerdings »immens«, sagte der Australier: »Es ist in Ordnung, schwul zu sein und Fußball zu spielen. Das möchte ich allen anderen Menschen zeigen, die Probleme und Angst haben.«

Bereits vor zwei Jahren hatte der australische Zweitligafußballer Andy Brennan als erster noch aktiver australischer Berufssportler offen über seine Homosexualität gesprochen.

In Deutschland hatte zuletzt Weltmeister Philipp Lahm schwulen Fußballern geraten, mit ihrem Coming-out bis nach dem Karriereende zu warten. Diesen Schritt war auch Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger gegangen, der seine Homosexualität zweieinhalb Jahre nach dem Ende seiner Profilaufbahn öffentlich machte.

mfu/sid
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