Vor WM in Katar Klopp vergleicht übervollen Spielplan mit Klimakrise

63 Pflichtspiele absolvierte der FC Liverpool in der Vorsaison, mit der WM ist der Zeitplan dieses Jahr noch enger. Trainer Jürgen Klopp kritisierte die Belastung – und zog einen Vergleich zum Klima.
Liverpool-Trainer Jürgen Klopp

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp

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Alexander Hassenstein / Getty Images

Fußballtrainer Jürgen Klopp hat seine Kritik an der immer weiter steigenden Belastung für Profifußballer durch zusätzliche Spiele erneuert. Vor dem Start der Premier League, an deren erstem Spieltag Klopp mit dem FC Liverpool auf den FC Fulham trifft, nahm Klopp vor allem Bezug auf die Weltmeisterschaft in Katar: »Diese WM findet zur falschen Zeit und aus den falschen Gründen statt«, sagte Klopp.

Die umstrittene WM im Emirat, das immer wieder aufgrund von Menschenrechtsverletzungen kritisiert wurde, findet vom 21. November bis zum 18. Dezember statt – und damit anders als üblich nicht in der Sommerpause, sondern während der laufenden Saison. In England wird der Ligabetrieb deswegen ab dem 12. November unterbrochen, ehe die Premier League am 1. Weihnachtsfeiertag mit den traditionellen Boxing-Day-Spielen fortgesetzt wird.

Klopp, dessen Mannschaft nach dem Erreichen von drei Pokalfinals in der Vorsaison 63 Pflichtspiele absolvieren musste, sieht in diesem Zeitplan die Gefahr, dass gerade Topspieler körperlich in ungesundem Maße beansprucht werden. »Wenn man bei einer Weltmeisterschaft ins Finale kommt und es gewinnt oder verliert oder wenn man Dritter wird, ist man schon ziemlich beschäftigt«, sagte Klopp. »Und dann beginnt der Rest eine Woche später.«

Als positives Gegenbeispiel nannte Klopp eine ausgedehnte Winterpause nach Beispiel der Bundesliga. In Deutschlands Spitzenliga wird der Ligabetrieb ebenfalls nach dem Wochenende des 12. und 13. November ausgesetzt, die Saison jedoch erst im neuen Jahr fortgesetzt: Am 21. Januar findet der 16. Spieltag statt, mehr als vier Wochen nach Ende der WM.

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Bereits in der Vergangenheit hatte sich Klopp wiederholt dafür ausgesprochen, die Spiele pro Saison zu reduzieren, um die Spieler zu schonen. »Wenn ich anfange, darüber zu reden, werde ich richtig wütend«, sagte Klopp – und zog einen drastischen Vergleich: »Es ist wie mit dem Klima. Wir alle wissen, dass es sich ändern muss.« Die konkreten Schritte aber blieben aus.

Weiter forderte Klopp die internationalen Verbände Fifa und Uefa sowie den englischen Fußballverband FA dazu auf, ihre Eigeninteressen im Sinne der Sportler auf dem Platz hintanzustellen. »Es muss ein Treffen geben, bei dem alle miteinander reden, und das einzige Thema sollte der wichtigste Teil dieses Spiels sein – die Spieler«, forderte Klopp.

cev/rtr
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