Jugendfußball in Paris Der tiefste Talentpool der Welt

Es ist kalt, es ist trostlos, aber der Fußball entschädigt für alles: Die Jugendmannschaften im Pariser Umland bringen derzeit die besten Spieler der Welt hervor.

Fußballplatz bei Paris
AFP

Fußballplatz bei Paris

Von , Paris


In meinem Privatleben bin ich ein Fußballvater, der in Paris lebt. An den meisten Wochenenden stehe ich früh auf und chauffiere meine Kinder zu irgendeinem Sportplatz in den Banlieues, dem Pariser Umland. Im Moment ist es dort immer noch ein paar Grad kälter als in der Stadt selbst.

Diese Anlagen sehen alle mehr oder weniger so aus wie das Stade Karl Marx in der lange kommunistisch geprägten Gemeinde Villejuif, rings um die Sportplätze stehen trostlose Wohnblöcke. Während die Kinder sich umziehen, holen sich die Eltern Kaffee.

Dann geht es los, Kinder mit Wurzeln aus aller Herren Länder spielen dort gegeneinander auf den Kunstrasenplätzen, wir Erwachsenen stehen hinter dem Zaun und schauen zu. Weit genug weg, dass unsere Zwischenrufe auf dem Platz kaum noch zu hören sind. Denn im französischen Fußball sind die Éducateurs die Könige, die Nachwuchstrainer. Sie sind direkte Abgesandte des zentralisierten französischen Fußballsystems, bewaffnet mit Auszeichnungen, wir Eltern sind für sie ein lästiges Übel.

Der Weltfußball zählt auf Nachschub aus dem Großraum Paris

Trotz allem: Der überwältigend gute Fußball, der bei solchen Spielen gezeigt wird, macht all das erträglich. Am Ende schütteln sich alle die Hände, dann fahren wir nach Hause, zum Auftauen.

Dass Frankreich in diesem Sommer Weltmeister wurde, lag vor allem auch an Pariser Banlieusards Kylian Mbappé, Paul Pogba, N'Golo Kanté und Blaise Matuidi. Der Großraum Paris ist der wahrscheinlich tiefste Talentpool der Fußballwelt. Aus ihm und den ungezählten Amateurklubs der Metropolregion speist sich nicht nur die französische Nationalmannschaft, sondern auch viele afrikanische Auswahlen. Sogar Portugals Linksverteidiger Raphaël Guerreiro vom BVB kommt ursprünglich aus Paris.

Der Pariser Fußball ist wahrscheinlich der erfolgreichste und am besten integrierte Bestandteil der französischen Gesellschaft. Vielleicht schafft es der Rest des Landes ja irgendwann mitzuziehen.



insgesamt 6 Beiträge
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zxmma23 24.12.2018
1. Qualitätskontrolle?
Wie geht so ein Artikel denn durch die SpOn-Qualitätskontrolle? Fehlen da vielleicht 2/3 des Textes? Sowas von schlecht aufgebaut habe ich selten gelesen, das würde keine Schülerzeitung veröffentlichen... sind das die neuen Qualitätsstandards nach dem Relotius-Skandal?
spoonium 24.12.2018
2.
Da muss ich @1 zustimmen. Irgendwie lässt einen der Artikel in der Luft hängen. Relativ nichtssagender Artikel. Schade eigentlich, würde mich schon interessieren, warum so viele gute Fußballer aus den Banlieues hervorkommen. Mit der einzig verwertbaren Information, dass die Eltern weit genug weg vom Spielfeld sind, dass sie die Kinder nicht stören können (was ich sehr begrüße!) wird man das ja kaum erklären können.
weem 24.12.2018
3. Weihnachten darf man träumen
Puh..das liest sich in etwa so, als ob man als deutscher Scout eines Bundesligisten nur mal schnell nach Frankreich - idealerweise nach Paris - fahren müsste, sich einen passenden Nachwuchsspieler herauspicken, mit zum Heimatverein nehmen, Vertrag unterschrieben lassen und schon hat man den nächsten 250 Mio. Spieler im eigenen Club. Wenn es tatsächlich so wäre, und die besagten Spieler nicht auch noch grosse Hürden in hochqualifizierten Nachwuchsleistungszentren bei französischen Spitzenvereinen zu bewältigen hätten, ja dann würde ich mein Sparschwein schlachten, nach Paris fahren und für ein Appl und Ei den nächsten 250 Mio. Mann meinen Münchner Löwen spendieren.
hooge789 24.12.2018
4. Als wenn es das in Deutschland nicht auch geben könnte
Deutschland hat irgendwann Anfang 2000 angefangen, gewaltige Mengen an Geld in die Nachwuchsförderung zu stecken. Das Ergebnis war die lange Zeit ohne Titel dastehende goldene Generation um Schweinsteiger, Lahm und wie sie alle hiessen. Das Happy End Kam dann 2014. Wenn der DFB weiterhin konsequent in die Nachwuchsförderung investiert, wird Deutschland auch wieder grosse Spieler hervor bringen. Die Talente haben wir. Wir müssen sie nur finden und an die Arbeit kriegen. Frankreich hat Paris, aber sonst weniger grosse Städte als Deutschland. Alleine das Ruhrgebiet hat einige Millionen Einwohner mehr als Paris und sein Umland. Was wohl stimmt, ist das Frankreich mehr Geld in den Sport steckt als Deutschland. Ob das allerdings auch für den Fussball gilt, weiss ich nicht. Dennoch braucht D sich nicht hinter Frankreich zu verstecken. Genauso wenig wie z.B. Brasilien.
answercancer 24.12.2018
5. Qualität
muss doch in Fakten begründet werden, ich muss dem ersten Kommentar beipflichten ,hier fehlen Fakten warum er sowas behaupten kann.In meinem Augen kommen die meisten rakenre aktuell aus England, perfekt ausgebildet und in der Premier League zu selten eingesetzt ,siehe Jadon Sancho und der chelsea nachwuchskicker als Beispiel, viele Talente sind in England vor dem absprung Richtung anderer ligen. Ich wünsche mir auch mehr Qualität im Artikel
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