Juventus-Klage Fifa droht Italien mit Ausschluss

Der Weltverband macht ernst: Sollte Juventus Turin wirklich vor ein ordentliches Gericht ziehen, um gegen den Zwangsabstieg zu klagen, droht die Fifa dem italienischen Fußball-Verband mit harten Konsequenzen. Betroffen davon wäre auch die Weltmeisterelf.


Rom - Der italienische Fußball-Verband FIGC soll Rekordmeister Juventus Turin zur Einsicht bringen, ansonsten hat die Fifa einen Ausschluss der Nationalmannschaft und aller italienischen Clubs von internationalen Wettbewerben angedroht. Die Fifa fordere vom FIGC, Juventus davon abzuhalten, vor ein ordentliches Gericht zu ziehen.

Fifa-Boss Blatter: Streitigkeiten nur vor Sportinstanzen
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Fifa-Boss Blatter: Streitigkeiten nur vor Sportinstanzen

Zur Begründung verweist die Fifa auf ihre Statuten, denen zufolge der jeweilige Verband dafür Sorge zu tragen hat, dass die ihm angehörenden Vereine Streitigkeiten nur vor Sportinstanzen, aber nie vor ordentlichen oder Zivilgerichten austragen. Juve stünde demnach nur der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne zu.

Der FIGC reagierte prompt und hat Juventus heute mit noch härteren Strafen gedroht. Sollte der Traditionsclub den Zwangsabstieg tatsächlich vor einem Zivilgericht anfechten, werde der Verband weitere Sanktionen gegen Juve verhängen. Der FIGC sicherte der Fifa ein hartes Vorgehen zu.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter habe, so bestätigte Fifa-Sprecher Andreas Herren der französischen Nachrichtenagentur afp, gestern einen Brief an Guido Rossi, den Präsidenten des italienischen Verbandes FIGC, und Gianni Petrucci, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Italien, geschickt. In diesem Schreiben betonte Blatter, dass die Urteile von Sportgerichten nicht zur Klärung vor ein ordentliches Gericht gebracht werden dürfen.

Der Juve-Vorstand hatte am Montag einstimmig entschieden, das Verwaltungsgericht der Region Lazio anzurufen. Das Gericht kann Urteile von Sportverbänden aufheben. "Die Sanktionen gegen Juventus sind unverhältnismäßig", hieß es in einer Erklärung der Turiner: "Es ist unverständlich, dass Juventus mit der größten Strenge behandelt wird."

Rekordmeister Juventus war als einziger in den Manipulationsskandal verwickelter Verein vom Sportgericht des italienischen Verbandes in die Serie B verbannt worden, der AC Mailand, Lazio Rom und der AC Florenz blieben dagegen nach der Berufungsverhandlung in der Serie A. Zahlreiche Spieler wie Weltmeister Gianluca Zambrotta (FC Barcelona) oder Zlatan Ibrahimovic (Inter Mailand) haben den Club inzwischen verlassen.

pav/sid

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