Kabinen-Interviews Rosenborg sperrt Frauen aus

Ist Rosenborg Trondheim der Ruhm zu Kopfe gestiegen? Der norwegische Fußball-Serienmeister hält es zumindest für eine gute Idee, Journalistinnen den Eintritt in die Spielerkabine nach dem Abpfiff zu verwehren. Männliche Medienmenschen dürfen hingegen das Allerheiligiste betreten.


Männerrecht: Ungestört duschen
REUTERS

Männerrecht: Ungestört duschen

Oslo - "Frauen und Männer müssen die gleichen Arbeitsrechte haben", fordert Kristin Mile, Gleichstellungsbeauftragte in Norwegen. Das Ansinnen von Rosenborg Trondheim, männliche Journalisten nach den Partien zu Interviews in die Mannschaftskabine lassen, Frauen aber nicht, hält Mile für "illegal."

Immerhin gibt Mile zu, dass der norwegische Spitzenclub, der kürzlich zum 13. Mal nacheinander den Titel holte, einen sehr guten Grund habe, weibliche Journalisten nicht in die Kabine zu lassen. Sie verstehe es, so Mile, dass die Spieler keine Frauen in der Umkleidekabine haben möchten, während sie unter der Dusche stehen.

Mile regt deshalb an, dass sämtliche Pressegespräche außerhalb der Kabine geführt werden. Sonst würden die Männer bevorteilt, da sie die emotionaleren Stimmen erhalten könnten. "Wir fordern nicht, dass Frauen in der Kabine erlaubt sind, sondern nur, dass alle Medienvertreter die gleichen Chacen haben", betonte Mile.

Die Rosenborg-Vereinsführung hat inzwischen auf die Kritik der Gleichstellungsbeauftragten reagiert. Man werde sich dieses Problems annehmen, versprach Marketing-Chef Endre Storholt: "Wir wollen niemandem das Recht beschneiden, seinen Job zu tun." In den USA ist in den großen Profiligen der Zutritt zu den Kabinen nach Spielschluss auch Journalistinnen erlaubt.



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