Kurzpässe Kadlec will Hooligans verklagen, Rückschlag für Rostock

Michael Kadlec will die Hooligans verklagen, die ihm vor einer Kölner Disco das Nasenbein gebrochen haben. Mecklenburg-Vorpommern verweigert Hansa Rostock die finanzielle Unterstützung. Und: Werder Bremen verlängert Tim Borowskis Vertrag nicht.

Verteidiger Kadlec: Anzeige gegen Hooligans
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Verteidiger Kadlec: Anzeige gegen Hooligans


Hamburg - Michal Kadlec von Bayer Leverkusen will die Hooligans verklagen, die ihm vor einer Kölner Disco die Nase gebrochen haben. Am Freitag wird der tschechische Abwehrspieler seine Aussage bei der Kölner Polizei machen. "Danach werden die Dinge ihren Lauf nehmen", sagte Meinolf Sprink, Sportbeauftragter der Bayer AG, dem "Kölner Stadtanzeiger". Juristen hatten Kadlec zur der Klage geraten. Den Straftätern droht die Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat eine finanzielle Unterstützung für den angeschlagenen Zweitligisten Hansa Rostock abgelehnt. "Direkte Hilfen vom Land sehe ich nicht", sagte Sportminister Lorenz Caffier der "Ostsee-Zeitung". Das Land habe zwei Jahre geholfen, jetzt sei Schluss. Mecklenburg-Vorpommern ist neben der Stadt Rostock und zwei Banken einer der Gläubiger des mit 16 Millionen Euro verschuldeten Clubs. Zuvor hatte bereits die Stadt einen Teilerlass der Steuerschulden abgelehnt. Nun droht dem abstiegsgefährdeten Verein die Insolvenz.

Knapp zwei Wochen nach seinem Kapsel- und Außenbandriss ist Roman Neustädter von Borussia Mönchengladbach wieder einsatzbereit: Beim Spiel gegen Augsburg am Samstag werde er in die Startelf zurückkehren, sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre. Verzichten muss Favre hingegen auf den gelbgesperrten Martin Stranzl und Thorben Marx, der am Meniskus operiert wird.

Werder Bremen verlängert den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Tim Borowski nicht. "Das ist eine rein sportliche Entscheidung", sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs. Der ehemalige Nationalspieler war nach acht Monaten Verletzungspause erst am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen. Borowski hatte in dieser Saison nur bei der Erstrundenniederlage im DFB-Pokal gegen Drittligist Heidenheim auf dem Platz gestanden und anschließend mit einer Knöchelverletzung gekämpft. Bis auf ein Jahr beim FC Bayern München verbrachte der 31-Jährige seine Karriere nur bei Werder Bremen.

Seinen Verein zum Saisonende verlassen muss ebenfalls Andreas Ibertsberger von 1899 Hoffenheim. "Wir werden den Vertrag nicht verlängern. Die sportliche Perspektive war ausschlaggebend", sagte Trainer Markus Babbel. Der österreichische Verteidiger war nach seinem Wechsel vom SC Freiburg mit Hoffenheim in die Bundesliga aufgestiegen. Zurückkehren soll dagegen Gylfi Sigurdsson. Der Isländer ist derzeit an Swansea City ausgeliehen. "Gylfi ist für mich ein Top-Spieler, mit dem ich plane", sagte Babbel, obwohl Sigurdsson lieber in der Premier League bleiben würde. Bislang sei jedoch kein Angebot von Swansea eingegangen. "Daher beschäftige ich mich mit dieser Thematik nicht", sagte Babbel.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), größter Sportverband der Welt, hat einen neuen Rekord aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Mitglieder um 50.340 Mitglieder auf mehr als 6,8 Millionen. "Das ist eine beeindruckende Zahl und eine Entwicklung, die den hohen Stellenwert des Fußballs in Deutschland eindrucksvoll unterstreicht", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach der Zeitung "Die Welt".

Fenerbahçe Istanbul hat seine Klage gegen die Uefa vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas zurückgezogen. Der mehrmalige türkische Meister forderte von der Europäischen Fußball-Union 45 Millionen Euro Entschädigung, nachdem der Club im Zuge des Wettskandals von der Champions League ausgeschlossen worden war. Gründe für den plötzlichen Sinneswandel nannte der Verein nicht.

Der italienische Ex-Nationalspieler Giuseppe Signori bleibt für fünf Jahre gesperrt. Das Schiedsgericht von Italiens Olympia-Komitee Coni lehnte den Einspruch des 44-Jährigen gegen das Berufsverbot ab, zu dem der Fußballverband FIGC Signori verurteilt hatte. Der dreimalige Torschützenkönig der Serie A wird beschuldigt, über Wettanbieter in Singapur hohe Summen auf manipulierte Spiele gesetzt zu haben. Woher dieser Geldstrom kam, ist weitgehend unklar. Wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal war Signori im vergangenen Juni verhaftet worden. Der WM-Teilnehmer von 1994 beteuerte seine Unschuld.

csp/sid/dpa

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