Test gegen DFB-Elf Kamerun-Trainer Finke gibt sich optimistisch

Sportlich kämpfen Trainer Volker Finke und Kamerun nach der 1:2-Niederlage gegen Paraguay mit Problemen, zudem schwelt im Hintergrund ein Prämienstreit. Im Testspiel gegen Deutschland hofft Finke mit Samuel Eto'o auf eine Wende.
Kameruns Trainer Finke: "Gutes Resultat gegen Deutschland"

Kameruns Trainer Finke: "Gutes Resultat gegen Deutschland"

Foto: PIERRE TEYSSOT/ AFP

Hamburg - Bei Kamerun läuft es noch nicht rund: Die Spieler streiten um Geld, 13 Tage vor der WM stimmt auch die Form noch nicht. Trainer Volker Finke bemühte sich jedoch, die Querelen vor dem Länderspiel gegen Deutschland am Sonntag in Mönchengladbach (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: ARD) herunterzuspielen, zumal es auch positive Aspekte gab. Der Mainzer Eric-Maxim Choupo-Moting traf bei der 1:2-Niederlage gegen Paraguay - und Superstar Samuel Eto'o steht gegen die DFB-Elf vor seinem Comeback.

"Eine Niederlage in einem Testspiel ist keine Katastrophe", sagte Finke nach dem 1:2 gegen das für die WM nicht qualifizierte Paraguay. "Ich habe viel gesehen, was mir bei der Kader-Nominierung hilft", fügte Finke an. Am 2. Juni muss Finke noch fünf Spieler streichen und seinen endgültigen 23-er Kader benennen.

Auch für die Partie gegen Deutschland gewann Finke offenbar wichtige Eindrücke. "Ich habe schon einige Ideen, wie die Startelf aussehen wird", sagte der Trainer, dessen Team es bei der WM in der Gruppe A mit Gastgeber Brasilien, Kroatien und Mexiko zu tun bekommt: "Wir wollen gegen Deutschland ein gutes Resultat erzielen."

Choupo-Moting und Matip haben Aussicht auf Stammplatz

Gute Karten bei dem 66-Jährigen hat Stürmer Choupo-Moting, der sowohl beim 2:0-Sieg über Mazedonien als auch gegen Paraguay traf. "Er hat eine gute Saison gespielt und das sieht man auch auf dem Platz", sagte Finke dem "kicker" über den 25-Jährigen, der in der vergangenen Bundesliga-Saison zehn Tore erzielte. Schalkes Defensivmann Joel Matip gilt zudem als feste Größe in der Abwehr.

Vor seiner Rückkehr ins Team steht Eto'o, der in Mönchengladbach als Joker eingewechselt werden soll. Der Stürmer vom FC Chelsea laboriert an einer Knieverletzung, die vom Freiburger Physiotherapeut Uwe Vetter behandelt wird. "Er braucht Ruhe und gezielte individuelle Arbeit. Wir tun alles dafür, dass er bei der WM eine gute Rolle spielt", sagte Finke.

Prämienstreit: Finke hält sich raus

Weiterhin für Trubel sorgt indes der Prämienstreit zwischen Spielern und Verband. Heimische Medien hatten berichtet, dass die Nationalspieler für den Sprung zur WM 182.000 Euro pro Person verlangten und das nachgebesserte Angebot der Regierung von 68.000 Euro abgelehnt hätten. Angeblich sollen sie damit gedroht haben, das Testspiel gegen die DFB-Elf platzen zu lassen. "Das ist eine Geschichte, die zwischen den Spielern und den Verantwortlichen abläuft. Da halte ich mich komplett raus", sagte Finke.

Trotz aller Probleme haben die "unzähmbaren Löwen" in Brasilien ein großes Ziel. Sie wollen unbedingt das Achtelfinale erreichen. Der Trainer weiß auch genau wie. "Wir sollten unsere Punkte gegen Mexiko und Kroatien holen", sagte Finke, der vor allem einen Erfolg zum Auftakt gegen Mexiko fordert: "Mexiko, der Einstieg zur WM, ist das Wichtigste, auf das wir uns vorbereiten."

Für Choupo-Moting wäre ein Vorrunden-Aus ebenfalls eine große Enttäuschung. "Wenn wir die Gruppenphase überstehen, dann ist das ein gelungenes Turnier", sagte der Mainzer. Schon einmal gelang Kamerun bei einer WM der Sprung in die K.o.-Runde. Bei der WM 1990 zog die Mannschaft um den legendären Stürmer Roger Milla sogar bis ins Viertelfinale ein - als erste Mannschaft Afrikas.

krä/sid