Karikaturen-Streit Dänemark hat Angst vor Spiel in Israel

Die Auseinandersetzungen um die umstrittene Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung haben jetzt auch Auswirkungen auf den Fußball. Ein für März geplantes Testspiel der Dänen in Israel steht kurz vor der Absage.

Kopenhagen - "Sollten der Geheimdienst oder das Außenministerium von einer Reise abraten, werden wir nicht nach Israel fahren", sagte Verbands-Sprecher Lars Berendt und kündigte zugleich Gespräche mit den dänischen Nationalspielern an. Das Testspiel ist für den 1. März in Tel Aviv angesetzt.

Die Akteure selbst haben derweil Bedenken geäußert. "Wenn durch das Spiel noch mehr Öl ins Feuer gegossen wird, sollten wir es absagen", erklärte Torwart Thomas Sörensen gegenüber der Tageszeitung "Politiken Daily". Er fürchte zwar nicht um sein Leben, "aber ich habe ein ungutes Gefühl", fügte er hinzu. "Es gibt wichtigere Dinge im Leben als ein Freundschaftsspiel", sagte sein Mannschaftskollege Martin Jörgensen.

Für den Fall, dass die Partie doch ausgetragen wird, kündigte der Sponsor des dänisches Verbandes, der Konzern Arla Foods, einen Verzicht auf Trikotwerbung an. Das Unternehmen, größter dänischer Exporteur in den Mittleren Osten, wird seit der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten" in mehreren Ländern der Region boykottiert.

mig/sid

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.