Rummenigge fordert Veränderungen »Fußball war totaler Machosport«

Bayern Münchens Ex-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat die bisherige Einstellung zum Fußball der Frauen kritisiert und nimmt die Bundesligaklubs in die Pflicht. Vorbild sei die Premier League, der DFB zu langsam.
Karl-Heinz Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge

Foto: Arne Dedert / dpa

»Die Zukunft des Fußballs ist weiblich« – dieser bereits 1995 vom ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter ausgesprochene Satz enthält auch für Karl-Heinz Rummenigge viel Wahres. »Wachstumspotenzial existiert im Moment eigentlich nur im Mädchen- und Frauenbereich«, sagte der langjährige Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München der Funke-Mediengruppe: »Wir werden uns verändern müssen. Fußball war ein totaler Machosport.«

In England, wo im vergangenen Sommer die EM der Frauen für viel Aufsehen sorgte, habe man das enorme Potenzial längst erkannt, mahnte Rummenigge: »Nun ist uns die Premier League schon wieder ein Stück voraus. Alle Premier-League-Klubs haben auch eine Frauenmannschaft, sie haben viel Geld investiert. England hat die Europameisterschaft gewonnen.« Im EM-Finale schlugen die Gastgeberinnen die deutschen Nationalspielerinnen vor mehr als 87.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion.

Rummenigge forderte jeden deutschen Profiklub auf, sich auch aus Eigeninteresse verstärkt im Frauenfußball zu engagieren.

»Ich weiß, dass Borussia Dortmund sich aus den unteren Ligen nach oben arbeitet. Ein Klub wie der BVB muss sich in der Frauen-Bundesliga engagieren«, sagte der Europameister von 1980.

Rummenigge plädiert für Ausgliederung der Frauen-Bundesliga

»Wir brauchen die großen Namen. Und wir brauchen ein unabhängiges Management«, sagte der 67-Jährige, der erneut eine Ausgliederung vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) ins Gespräch brachte: »Die Frauen-Bundesliga muss sich für die Vermarktung ausgliedern.« Der DFB brauche in dieser Hinsicht »zu lange für Entscheidungen«, kritisierte Rummenigge.

Zum Auftakt der aktuellen Bundesligasaison gab es beim Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München mit 23.200 Fans einen Zuschauerrekord. Im Vorfeld der Spielzeit hat der DFB mit dem Programm »FF27« (Fast Forward 2027, in dem Jahr soll die WM in Belgien, den Niederlanden und Deutschland stattfinden) ehrgeizige Ziele für die kommenden fünf Jahre formuliert. So soll sich unter anderem die Medienreichweite verdoppeln.

mfu/dpa/sid
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