Karl-Heinz Rummenigge "Ganz üble Nummer der ARD"

Trotz der Einigung im TV-Streit hat Karl-Heinz Rummenigge vom Rekordmeister Bayern München die öffentlich-rechtlichen Sender und speziell die ARD massiv attackiert.


Karl-Heinz Rummenigge: "Werde das nicht vergessen"
DPA

Karl-Heinz Rummenigge: "Werde das nicht vergessen"

München - "Die Öffentlich-Rechtlichen sollen aufhören zu stänkern", wetterte Bayern-Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge in der Münchner "Abendzeitung" und setzte nach: "Speziell die ARD. Dagegen hat sich das ZDF sogar noch kooperativ verhalten. Die ARD hat eine ganz üble Nummer abgezogen."

Gleichzeitig drohte Rummenigge den Öffentlich-Rechtlichen indirekt mit einer Nicht-Verlängerung des bis 2004 laufenden Vertrages des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über die Partien der Nationalmannschaft. Mit Blick auf die zurückliegenden Auseinandersetzungen sagte er: "Daran sollte sich der DFB bei den nächsten Verhandlungen über die TV-Verträge für die Spiele der Nationalmannschaft zurückerinnern."

"Solche heißblütigen Racheschwüre aus München überraschen uns. Wir nehmen das aber relativ gelassen hin", sagte ARD-Sprecher Rüdiger Oppers am Mittwoch der dpa. Nach seinen Angaben arbeitet das Erste bereits seit Jahrzehnten partnerschaftlich und gut mit dem DFB zusammen: "Und daran wird sich auch nach 2004 überhaupt nichts ändern."

"Es ging um die Existenz der Bundesliga"


Nach Meinung von Rummenigge stand beim Konflikt um Kurzberichte in der ARD-"Tagesschau" sogar die Zukunft der deutschen Eliteklasse auf dem Spiel. "Es ging hier um die Existenz der Bundesliga. Hätten die sich vor Gericht durchgesetzt mit der Kurzberichterstattung, dann hätten vor allem die Kleinen, zum Beispiel Freiburg und St. Pauli, Cottbus und Rostock, über Nacht Konkursantrag stellen können. Ich persönlich werde das nicht vergessen, was da von den Herren Pleitgen, Voß und Konsorten abgezogen worden ist", erklärte der Bayern-Vize.

Zudem warb Rummenigge erneut für das Bezahlfernsehen. "Premiere bietet trotz aller Probleme doch ein Super-Produkt. Und wer das nicht kaufen mag, wird bei 'ran' ausreichend informiert - ohne Familienfehden. Ich hoffe, Pay-TV setzt sich durch, weil wir in der Bundesliga ein essentielles Interesse daran haben", sagte er.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.