WM 2022 Katar eröffnet erste neue WM-Arena

Mehr als drei Jahre vor der WM 2022 stellt Gastgeber Katar mit dem Stadion Al-Wakrah die erste neugebaute Arena für das Turnier fertig. Amnesty International erhebt erneut Vorwürfe wegen der Arbeitsbedingungen.

Außenansicht: Das Al-Wakrah-Stadion bei der Eröffnungszeremonie
NOUSHAD THEKKAYIL/EPA-EFE/REX

Außenansicht: Das Al-Wakrah-Stadion bei der Eröffnungszeremonie


Mehr als drei Jahre vor der Fußball-WM hat Gastgeber Katar das erste komplett neu gebaute Stadion eröffnet. Die Arena Al-Wakrah südlich der Hauptstadt Doha bietet etwa 40.000 Plätze. Am Donnerstagabend spielte dort nach einer Eröffnungszeremonie das Team Al-Sadd mit dem spanischen Ex-Nationalspieler Xavi im Pokalfinale des Golfemirats gegen die Mannschaft Al-Duhail. Al-Duhail siegte 4:1.

Das von der britisch-irakischen Architektin Zaha Hadid entworfene Al-Wakrah-Stadion ist den traditionellen Segelschiffen der Region, den Daus, nachempfunden. Bei der WM werden in der Arena Spiele bis zum Viertelfinale ausgetragen. Nach dem Turnier soll die Kapazität auf 20.000 Zuschauer gesenkt werden, indem der Oberrang abgebaut wird.

Insgesamt plant Katar für die WM 2022 mit acht Spielstätten. Die Kosten für den Bau der Stadien und von Trainingsanlagen beziffert Katar auf rund 5,8 Milliarden Euro.

Innenansicht: Das Al-Wakrah-Stadion bei der Eröffnungszeremonie
Christopher Pike / Getty Images

Innenansicht: Das Al-Wakrah-Stadion bei der Eröffnungszeremonie

Alle Stadien sind mit Klimaanlagen ausgestattet, um Ränge und Spielfeld bei Bedarf auf angenehme Temperaturen herunterzukühlen. Wegen der heißen Sommertemperaturen wird die WM erstmals im November und Dezember ausgetragen. Im Raum steht allerdings immer noch der Plan von Fifa-Präsident Gianni Infantino, die mit 32 Teams geplante WM auf 48 Mannschaften auszudehnen. Dann müssten andere Länder als Co-Gastgeber ins Boot geholt werden.

Amnesty International fordert die Fifa auf, Druck auszuüben

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte am Tag der Stadioneröffnung erneut die Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen: "Viele Millionen sind immer noch unter unmenschlichen Bedingungen beschäftigt", sagte Amnestys Katar-Expertin Regina Spöttl dem SWR.

Vielen Arbeitern werde kein Lohn gezahlt, etliche müssten ihre Pässe abgeben, damit sie nicht ausreisen. Zwar habe das Emirat in letzter Zeit mehrere Gesetze erlassen, um die Situation der Arbeiter auf den WM-Baustellen zu verbessern. Allerdings liege der Mindestlohn lediglich bei 200 US-Dollar im Monat. Ein Fonds, den Katar auflegen wollte, um die Arbeiter zu unterstützen, existiere nach wie vor nicht.

Die Fifa forderte Spöttl auf, Druck auf die Regierung in Katar auszuüben, um die Situation der Arbeiter zu verbessern. Bereits 2016 warf Amnesty International der Fifa vor, die Probleme beim Bau der Arenen zu ignorieren.

2017 hatte die Organisation Human Rights Watch in einem Report schwere Vorwürfe gegen Katar erhoben: Risiken der großen Hitze und Feuchtigkeit auf den Baustellen würden ignoriert, die Ursache von Todesfällen nicht ausreichend untersucht. Zuvor wurden immer wieder Ausbeutung, missachtete Menschenrechte und schlechte Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen in Katar angeprangert.

mey/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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112211 17.05.2019
1. 200
Eines der reichsten Länder der Welt und dann nur 200 € Lohn. Im MONAT. Auch wenn jetzt durch internationalen Druck (vermutlich) nachgebessert wird, so spricht es doch Bände, dass in diesem Land überhaupt jemand auf die Idee der katastrophal niedrigen Löhne bei gleichzeitig abgrundtief schlechten Bedingungen gekommen ist. Ich werde mir keines der Spiele der WM 2020 ansehen. Geplante Flüge mit Qatar Airways sind bei mir gestrichen. Andere Möglichkeiten hat man als Einzelner wohl nicht, um den Unmut auszudrücken.
streetbob011 17.05.2019
2.
Die Araber würden besser bei ihren Kamelrennen bleiben. Die geldgeile FIFA und der prestigegeile schwule Sultan von Katar mussten unbedingt diese Weltmeisterschaft ins Land holen, dabei haben die im ganzen Land weniger Fussballspieler als allein die Stadt München. Ich habe für mich entschieden, nach Russland werde ich auch diese WM in Katar nicht im TV verfolgen, gehe lieber auf'n Weihnachtsmarkt.
janfred 17.05.2019
3. Entwicklungshilfe erzielt bei weitem...
nicht den Erfolg, wie die Gelder, die die Arbeiter monatlich an ihre Familien schicken. In den Herkunffsländern der Arbeiter liegen die Mindestlöhne oft unter 2,00 Euro pro Tag. Und dort ohne freie Verpflegung und Unterkunft. Die Arbeiter sind freiwillig in den Ländern, und die, die unzufrieden sind, reisen halt nach Vertragsende aus und kommen nicht wieder.
isar56 17.05.2019
4.
Zitat von janfrednicht den Erfolg, wie die Gelder, die die Arbeiter monatlich an ihre Familien schicken. In den Herkunffsländern der Arbeiter liegen die Mindestlöhne oft unter 2,00 Euro pro Tag. Und dort ohne freie Verpflegung und Unterkunft. Die Arbeiter sind freiwillig in den Ländern, und die, die unzufrieden sind, reisen halt nach Vertragsende aus und kommen nicht wieder.
So kann man sich Menschentechtsverletzungen und unwürdige Ausbeutung von Menschen natürlich auch zu recht dengeln. Diese Veranstaltung müsste boykottiert werden. Die FIFA weist mafiöse Züge auf und das nicht erst seit Blatter.
charlybird 17.05.2019
5. Ganz schön zynisch Ihr Kommentar.
Zitat von janfrednicht den Erfolg, wie die Gelder, die die Arbeiter monatlich an ihre Familien schicken. In den Herkunffsländern der Arbeiter liegen die Mindestlöhne oft unter 2,00 Euro pro Tag. Und dort ohne freie Verpflegung und Unterkunft. Die Arbeiter sind freiwillig in den Ländern, und die, die unzufrieden sind, reisen halt nach Vertragsende aus und kommen nicht wieder.
Und die unaufgeklärten Todesfälle ? Die einbehaltenen Pässe ? Medizinische Versorgung ? Unzureichender Zugang zum Trinkwasser ? usw. und sofort. Von der lächerlichen Bezahlung für die harte Arbeit bei den Temperaturen mal abgesehen. Kurz : Es ist nichts anders als moderne Sklaverei, was der so vom Westen und vor allem von FIFA und UEFA gepamperte Staat Katar dort mit seinen Fremdarbeitern anstellt. Von Menschen- oder gar Arbeitnehmerrechten innerhalb eines Milliardenspektakels ganz zu schweigen. Und....was wissen Sie von Entwicklungshilfe, Arbeitsbedingungen und von den Löhnen, die die Arbeiter in ihrer Heimat verdienen würden ?
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