Justiz im Golfstaat Keine Peitschenhiebe und Haft für WM-Mitarbeiterin in Katar

Eine mexikanische Mitarbeiterin des WM-Organisationskomitees zeigte in Katar eine Vergewaltigung an – danach drohte ihr eine drakonische Strafe wegen vermeintlich außerehelichen Geschlechtsverkehrs. Nun reagierte ein Gericht offenbar auf Kritik.
Fußball-WM-Austragungsort Doha, Katar

Fußball-WM-Austragungsort Doha, Katar

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Christian Charisius / dpa

Ein Gericht in Katar hat das Verfahren gegen eine mexikanische Mitarbeiterin des WM-Organisationskomitees fallen gelassen. Das berichten mexikanische und spanische Medien . Der Frau drohte zuvor wegen vermeintlich außerehelichen Geschlechtsverkehrs eine Strafe von 100 Peitschenhieben und sieben Jahren Haft.

Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen hätte eine Verurteilung viele Frauen von einem Besuch der im November beginnenden Fußball-WM abhalten können.

Anklage nach angezeigter Vergewaltigung

Die heute 28 Jahre alte Paola Schietekat hatte für den »Obersten Rat für Organisation und Nachhaltigkeit« (SC) gearbeitet, einem Partner der Fifa in Katar, der für die Bereitstellung der Infrastruktur und Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaft gegründet wurde.

Im Juni 2021 hatte Schietekat eine Vergewaltigung in dem konservativen Golfstaat angezeigt. Der mutmaßliche Täter behauptete jedoch, in einer Beziehung mit der Mexikanerin zu sein, woraufhin gegen Schietekat wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs ermittelt wurde.

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Nach Angaben der mexikanischen Regierung wurden diese Untersuchungen nun beendet. Schietekat hatte das Land schon vor Monaten verlassen.

atb/sid
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