Ehemaliger Nationalstürmer Kuranyi "Der Blinde hört endlich auf"

Mit 35 Jahren ist Schluss: Kevin Kuranyi hört als Fußballprofi auf. Zuletzt war der Angreifer vereinslos, der Tiefpunkt seiner Laufbahn war seine Ausbootung in der DFB-Elf.

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Deutschlands früherer Nationalspieler Kevin Kuranyi hat seine Karriere als Fußballprofi beendet. "Irgendwann kommt die Zeit dafür. Ich bin 35 geworden und möchte mehr Zeit haben für andere Dinge", sagte der zuletzt vereinslose Offensivspieler.

"Es gab zwar verschiedene Angebote, über die ich nachgedacht habe. Zum Beispiel aus Brasilien, meinem Geburtsland. Am Ende des Tages habe ich mich aber für die Familie entschieden. Und für meine Heimat Stuttgart. Ich hatte eine gute Karriere", sagte Kuranyi.

In einem unterhaltsamen Abschiedsbrief auf seiner persönlichen Homepage schrieb er zudem: "Ich gebe zu, es gibt überraschendere Neuigkeiten. Aber jetzt ist es definitiv raus: Der Blinde hört endlich auf."

Der ehemalige Stürmer hatte zuletzt bei 1899 Hoffenheim gespielt, kam beim Bundesligisten aber nie über die Reservistenrolle hinaus. Zuvor spielte er mehrere Jahre bei Dynamo Moskau.

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Kevin Kuranyis Karriereende: Torjäger und Reizfigur

In der Bundesliga schoss er in insgesamt 275 Einsätzen 111 Tore. Seine Erstliga-Zeit begann beim VfB Stuttgart. Später spielte Kuranyi für den FC Schalke 04. In der Nationalmannschaft kam der Stürmer zu 52 Einsätzen mit 19 Toren. Seine DFB-Karriere endete abrupt, nachdem er für das Länderspiel 2008 in Dortmund gegen Russland von Bundestrainer Joachim Löw nicht in den Kader berufen worden war und deshalb in der Halbzeitpause verärgert die Tribüne verließ.

Auch hierzu äußerte sich Kuranyi in seinem Abschiedsbrief: "Ein paar wertvolle Tipps hätte ich für junge Fußballer auf Lager. Zum Beispiel bei Länderspielen bis auf den Schlusspfiff warten, bevor man das Stadion verlässt."

jan/dpa



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alaba27 24.03.2017
1. Er beendet ?
Oder wurde beendet ? Immerhin ist er vereinslos. Und ein Angebot aus Brasilien ? Von wem ? Irgendeinem Zweitligisten ? Er wird mir nicht fehlen. Er hatte ein paar gute Jahre beim VfB und sich dann mit allen Entscheidungen verzockt.
Ryker 24.03.2017
2. Mach es gut!
Ich habe ihn immer gut leiden können, gerade in seiner Zeit auf Schalke. Er hat immer seine Leistung gebracht und zweistellig pro Saison getroffen. Die teilweisen Anfeindungen hab ich nie verstanden. Seine Ausbootung bei der Nationalmannschaft war vollkommen übertrieben und wohl dem angekratzten Ego des Trainers geschuldet. Er hätte es verdient gehabt zurückzukommen. Leider hat er m. E. den richtigen Zeitpunkt verpasst seine Karriere würdevoll zu beenden. Das Engagement in Hoffenheim hätte er sich schon sparen können, aber spätestens Ende letzter Saison hätte er das machen sollen. Jetzt als quasi "Arbeitsloser" den Rücktritt zu erklären - naja. Aber egal: Alles Gute!
kloppskalli 24.03.2017
3. Tiefpunkt
Tiefpunkt seiner Laufbahn war nicht die Ausbootung von der Nationalmannschaft. der Tiefpunkt war in Hoffenheim aussortiert zu werden, obwohl er grad erst aus Moskau kam... Schade dass es so ausgeht, ich hoffe er findet neue Aufgaben I'm Leben und muss sich nicht graemen, dass seine Karriere so ausgeplaetscherte..
tmhamacher1 24.03.2017
4. Lockruf des Goldes!
Kuranyi und auch Podolski sind den Weg des Geldes gegangen, und bei beiden muss man die fußballerische Karriere als unvollendet betrachten. Daran sollten junge Spieler denken, wenn sie sich ähnlich entscheiden. Ob Gerhardt in Wolfsburg sich so gut entwickelt wie in Köln, das wird sich auch erst zeigen müssen.
zeisig 24.03.2017
5. Klasse Spieler und symphatischer Typ.
Er passte halt leider nicht ganz in Jogi Löw's Korsett. Ein Fehltritt, und schon war er draußen. Und weil Deutschland derart gut und breit aufgestellt ist, was die Qualität unserer Nationalspieler betrifft, hat ihn auch kaum einer vermisst, zumal er mit Moskau sozusagen den Weg ins Exil genommen hat, von der öffentlichen Wahrnehmung her. Aber gutes Geld hat er dort verdient. Und das mit Hoffenheim, na ja. Die Karriere elegant zu beenden ist nicht einfach. Man denke an nur an Sebastian Schweinsteiger. Dem ging es in Manchester auch nicht besser als Kuranyi in Hoffenheim. Das Alter fordert seinen Tribut und man unterschreibt so lange lukrative Verträge bis es nicht mehr geht. Aber trotzdem. Was am Ende bleibt ist eine große und erfolgreiche Karriere.
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