Europa-League-Playoffs Kevin zurück zu Haus

In Stuttgart begann er seine Karriere, nun kehrt Kevin Kuranyi zurück: Mit seinem aktuellen Club Dynamo Moskau trifft der frühere Nationalstürmer in den Europa-League-Playoffs auf den VfB. Platz für große Emotionen bleibt jedoch nicht - Moskau braucht unbedingt ein Erfolgserlebnis.

Moskau-Angreifer Kuranyi: "Eine besondere Partie"
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Moskau-Angreifer Kuranyi: "Eine besondere Partie"


Hamburg - Kevin Kuranyi dürfte derzeit schlecht schlafen. Der Angreifer des russischen Clubs Dynamo Moskau hat in der Liga jüngst die Gelb-Rote Karte gesehen, mit seinem Team ist er nach fünf Niederlagen aus fünf Partien Tabellenletzter. "Schlimmer geht es nicht mehr. Das ist ein Alptraum", sagt Kuranyi.

Nun kehrt der Angreifer nach Deutschland zurück - zumindest für ein Spiel. In den Europa-League-Playoffs muss Moskau beim VfB Stuttgart antreten (18.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Für Kuranyi verständlicherweise eine "besondere Partie. Als die Auslosung vorbei war, habe ich gedacht: Das ist überragend", schrieb der 30-Jährige auf seiner Internetseite.

In Stuttgart begann Kuranyi 2001 seine Profikarriere, acht Jahre spielte er insgesamt für den Club (1997-2005) und schoss in 99 Bundesliga-Spielen für den VfB 40 Tore, ehe er zu Schalke 04 wechselte. Nach fünf Jahren bei den "Königsblauen" zog es ihn dann 2010 nach Moskau. Doch Stuttgart ist nach wie vor seine Heimat. "Meine Frau und ich verbringen dort viel Zeit, weil unsere Familien dort leben. Deshalb werden sehr viele Verwandte und Freunde im Stadion sein."

Für beide Teams geht es um viel

Auch die VfB-Verantwortlichen freuen sich auf die Rückkehr des früheren Nationalspielers. "Es ist schön, Kevin wiederzusehen", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic: "Wir wünschen ihm einen schönen Tag in Stuttgart, außer im Spiel." Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia lobte Kuranyi: "Er ist immer unermüdlich, sehr mannschaftsdienlich, sich für keinen Weg zu schade und auch torgefährlich."

Trotz der blumigen Grußworte: Für beide Teams steht viel auf dem Spiel. Nur ein Team kann sich den rauen Liga-Alltag mit Europapokalspielen und weiteren Einnahmen versüßen. Dementsprechend offensiv fordert VfB-Trainer Bruno Labbadia: "Wir wollen in die Gruppenphase." Auch Bobic strahlt trotz der schwierigen Aufgabe ("schwerster Gegner") Zuversicht aus: "Ich bin sehr optimistisch, dass wir das hinbekommen."

VfB-Kapitän Serdar Tasci warnt jedoch davor, Moskau trotz des Liga-Fehlstarts zu unterschätzen. "Es kann schon sein, dass sie nicht gut drauf sind. Aber die Europa League ist immer etwas anderes als die Liga", sagte der Abwehrchef Eurosport: "Sie werden motiviert zur Sache gehen und versuchen, die Ligaspiele wiedergutzumachen."

Das hofft auch Rückkehrer Kuranyi. In Moskau konnte er in der vergangenen Saison regelmäßig treffen und stieg zum Fanliebling auf. Und dennoch scheint eine Rückkehr in die Heimat verlockend, besonders im Schlaf. "Ich träume manchmal davon, noch mal für den VfB zu spielen", sagt Kuranyi.

VfB Stuttgart - Dynamo Moskau in Stuttgart (18.15 Uhr)
(voraussichtliche Aufstellungen)
Stuttgart: Ulreich - Hoogland, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Hajnal, Okazaki (Torun) - Ibisevic
Moskau: Schunin - Wilkshire, Lomic, Rykow, Fernández - Jussupow, Semschow - Dzsudzsák, Misimovic, Kokorin - Kuranyi
Schiedsrichter: Collum (Schottland)

bka/sid/dpa



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