Lizenzauflagen nach Investorrückzug nicht erfüllbar Das Ende für den KFC Uerdingen steht fest

Sportlich gelang der Ligaverbleib in Liga drei, doch wirtschaftlich steht der KFC Uerdingen nach dem kurzfristigen Abgang des Investors vor einem Scherbenhaufen: Für den Klub gibt es »keine Fortführungsprognose« mehr.
Spieler des KFC Uerdingen

Spieler des KFC Uerdingen

Foto: Oliver Zimmermann / imago images/foto2press

Der ehemalige Fußball-Bundesligist KFC Uerdingen steht vor dem endgültigen Aus: »Wir können uns trotz der gemachten Zusagen über den plötzlichen Abgang des Investors nur sehr wundern, nachdem dieser zuvor vereinbarungsgemäß Zahlungen geleistet hat«, sagte Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth.

Der Investor Roman Gevorkyan um die Noah Group zog sich demnach kurzfristig zurück; die Noah Group mit Sitz in Armenien hatte den Verein erst zu Beginn des Jahres vom Ex-Geldgeber Mikhail Ponomarev übernommen.

Die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH werde laut einer Pressemitteilung  der Krefelder voraussichtlich im Regelinsolvenzverfahren abgewickelt, ein kurzfristiger Verfahrensabschluss sei nicht mehr zu erwarten. Uerdingen hatte sich am letzten Spieltag noch sportlich den Klassenverbleib in der dritten Liga gesichert.

Eine Zukunft in der dritten Liga hatte der Krefelder Verein aber ohnehin nicht mehr im Blick gehabt. Laut KFC hatte sich Kruth in den vergangenen Tagen mit Investor Roman Gevorkyan eigentlich für die kommende Saison auf einen Neustart des KFC in der Regionalliga verständigt. »Hierfür steht der Investor aber jetzt doch nicht zur Verfügung«, teilte Uerdingen nun mit.

Der KFC hatte vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) angeblich für die Erteilung der Drittliga-Lizenz die Hinterlegung eines hohen siebenstelligen Betrages auferlegt bekommen. Dies sei für den Klub fristgerecht nicht zu erfüllen gewesen, so der KFC.

Meppen bleibt in Liga drei

»Die aus unserer Sicht außerordentlich scharfen Lizenzauflagen dürften dem vorinsolvenzlichen Wirtschaften des KFC geschuldet sein«, sagte Rechtsanwalt Kruth. Mehr über die Zeit unter dem früheren Klub-Investor Mikhail Ponomarev lesen Sie hier. 

Ohne Investor und damit ohne finanzielle Planungssicherheit für die kommende Saison gebe es für die KFC »keine positive Fortführungsprognose mehr«. Der von den Gläubigern akzeptierte Insolvenzplan sei deshalb nicht mehr durchführbar.

Die weitere sportliche Planung liege nun in den Händen des KFC Uerdingen 05 e.V.

Der Rückzug des KFC Uerdingen dürfte an anderer Stelle für Jubel sorgen – zumindest aus sportlicher Sicht: Der SV Meppen darf auch in der kommenden Saison in der dritten Liga spielen. Sportlich war das Team als 17. der Abschlusstabelle abgestiegen.

jan/dpa
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