Kicken im Ausland Deutsche Fußball-Frauen als Exportschlager

Von der Pionierin Monika Staab bis zu Steffi Jones, die in den USA den Titel holte: Wenn deutsche Fußball-Frauen ins Ausland wechseln, ist das zwar selten - aber häufig höchst erfolgreich. Eine Übersicht der kickenden Exportschlager.

Spielerin Jones (im Trikot des 1. FFC Frankfurt): Abstecher in die USA
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Spielerin Jones (im Trikot des 1. FFC Frankfurt): Abstecher in die USA


In jeder Saison tummeln sich in der deutschen Frauen-Bundesliga dutzende ausländische Spielerinnen aus Europa und Übersee, die das Spielniveau der Liga bereichern. Umgekehrt wird der Weg allerdings eher selten gegangen. Dabei ist in einigen ausländischen Ligen, insbesondere in den USA, durchaus gutes Geld zu verdienen.

Allerdings zeigen die Pleite der ehemaligen Profiliga Wusa sowie die aktuellen Probleme der neuen Profiliga WPS in den USA, dass so ein Wechsel durchaus auch mit Risiken behaftet sein können.

Einige deutsche Spielerinnen wagten trotzdem den Sprung in fremde Ligen. Die erste war Ende der siebziger Jahre Monika Staab. Sie kickte jedoch aus reinem Vergnügen bei Paris Saint-Germain, den Queens Park Rangers und anderen Clubs.

Erst ab dem Ende der achtziger Jahre wurden Wechsel ins Ausland häufiger. So ging Petra Bartelmann 1988 nach Norwegen zum Hauptstadtclub Asker SK - als erste Profispielerin aus Deutschland. Ihre Bilanz konnte sich sehen lassen: Drei Pokalsiege, zwei Meisterschaften und zwei Titel als Torschützenkönigin.

1990 wechselte Sandy Friz in Italiens höchste Frauenliga zu Fiamma Monza. Dort lief sie als Halbprofi auf, nebenbei arbeitete Friz als Kinderbetreuerin. Mitte der neunziger Jahre zog es auch die Ex-Nationalspielerin Birgit Wiese ins Ausland - in die erste schwedische Liga zu Frösö IF.

Ein regelrechter Transfer-Boom von Deutschland ins Ausland setzte ein, als ab April 2001 in den USA die Profiliga Wusa startete. Die ersten deutschen Spielerinnen dort waren Doris Fitschen, Maren Meinert und Bettina Wiegmann, 2002 folgten Birgit Prinz und Steffi Jones. Für Jones sprang mit Washington Freedom auch gleich ein Titel heraus. In der letzten Saison vor dem Konkurs 2003 gingen Conny Pohlers, Sandra Minnert, Melanie Hoffmann und Jennifer Meier in die Vereinigten Staaten.

Zahlreiche Spielerinnen wechselten nach Schweden

Auch Schweden war mit seiner starken Liga für deutsche Nationalspielerinnen ein begehrtes Ziel: 2005 wechselte Bianca Rech zum SK Sunnana, 2006 Anja Mittag zu QBIK Karlstadt. Ein Jahr später folgten Nadine Angerer und Ariane Hingst zu Djurgarden.

Dem Ruf der neuen US-Profiliga WPS, die 2009 gestartet war, folgte aus Deutschland 2010 bislang nur Shelley Thompson. Die Stürmerin hatte zwischen 2003 und 2004 in den USA studiert, nun folgte die Rückkehr als Sportlerin. Das Engagement bei den Atlanta Beat war jedoch nicht von Dauer. Bereits zur Saison 2010/11 wechselte sie zum Bundesligaaufsteiger Bayer Leverkusen.



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