Kirch-Deal Rummenigge verweigerte Zustimmung

Nach außen hin wurde Einigkeit demonstriert. Doch in den Führungsgremien der Deutschen Fußball Liga (DFL) war der Vertrag über die Fernsehrechte mit dem Medienunternehmer Leo Kirch durchaus umstritten. Bayern-Boss Rummenigge etwa stimmte nicht zu.


Nach der Abstimmung in Vorstand und Aufsichtsrat der DFL am 8. Oktober bekräftigte Liga-Präsident Reinhard Rauball öffentlich das einmütige Votum. Tatsächlich aber hatten nach Informationen des SPIEGEL drei Clubvertreter dem Deal mit dem früheren Medienpleitier ihre Stimme verweigert – unter anderen Bayern-München-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

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Auch DFL-Aufsichtsrat Manfred Müller, Geschäftsführer bei Werder Bremen, und DFL-Vorstand Michael Meier, Geschäftsführer des 1. FC Köln, enthielten sich bei der Abstimmung. Sie hatten Bedenken unter anderem wegen der ursprünglichen Vertragslaufzeit von neun Jahren und der Gründung einer gemeinsamen Produktionsfirma von Liga und Kirchs Firma Sirius, bei der die DFL Minderheitseignerin sein wird. Vor allem Rauball habe Wert darauf gelegt, "dass in der Außendarstellung eine einheitliche Linie gefahren wird", sagt einer der Beteiligten, "sonst hätte es in der Vollversammlung große Unruhe gegeben".

Einen Tag nach der Abstimmung in Vorstand und Aufsichtsrat hatten die anwesenden 35 Clubs der ersten und zweiten Liga den Kirch-Deal nach langer Debatte mit Dreiviertelmehrheit abgesegnet – von Enthaltungen in der Führungsriege erfuhren sie nichts. Gegen den Vertrag votierte nur HSV-Chef Bernd Hoffmann. Sieben Vereinsvertreter enthielten sich.



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