Klinikaufenthalt Rätselraten um Ronaldo

Die brasilianische Nation bangt um ihren Star Ronaldo. Nicht nur der schwache Auftritt des Stürmers gegen Kroatien gibt den Fans Rätsel auf. Ronaldo musste gestern in einem Frankfurter Krankenhaus behandelt werden. Der Fall erinnert an die WM 1998.


Königstein - Der 29-jährige Angreifer der Seleção musste sich gestern wegen Gleichgewichtsstörungen in der Klinik untersuchen lassen. Dabei wurden allerdings keine auffälligen Befunde festgestellt, teilte der Brasilianische Fußball-Verband (CBF) mit. "Es gibt kein Drama. Ronaldo hat sich nach dem Abendessen schlecht gefühlt, die Untersuchungen haben aber nichts ergeben", sagte CBF-Pressesprecher Rodrigo Paiva. Am heutigen Morgen schwitzte der Torschützenkönig der WM 2002 bereits wieder im Kraftraum des Mannschaftshotels, lief aber ohne einen Kommentar an den wartenden Journalisten vorbei.

Stürmer Ronaldo: "Nach dem Abendessen schlecht gefühlt" 
AFP

Stürmer Ronaldo: "Nach dem Abendessen schlecht gefühlt" 

Der dreimalige Weltfußballer des Jahres hatte sich schon durch die Vorbereitung in Weggis in der Schweiz und  in Königstein geschleppt: Konditions- und Gewichtsprobleme nach zweimonatiger Verletzungspause in Spanien, Blasen an den Füßen, leichtes Fieber und Schnupfen hatten Ronaldo in der Vorbereitung immer wieder zurückgeworfen.

Schon bei der WM-Endrunde in Frankreich 1998 gab es Aufregung um den Gesundheitszustand des Torjägers. Vor dem Finale erlitt er einen Schwächeanfall, dessen Ursache nie richtig geklärt wurde. Dennoch wollte Ronaldo unbedingt spielen und gab eine ähnlich schwache Vorstellung wie am vergangenen Dienstag gegen die Kroaten ab. Damals verlor sein Team gegen Gastgeber Frankreich 0:3. "Wir habe unsere Lehre aus den Vorfällen von 1998 gezogen und werden die Sache mit größtmöglicher Transparenz behandeln", so Paiva.

Für Gesprächsstoff sorgt weiterhin Ronaldos Leistung im ersten Spiel gegen Kroatien, das die Brasilianer mit Mühe 1:0 gewannen. Nach einer wenig überzeugenden Leistung wechselte Trainer Carlos Alberto Parreira Ronaldo in der 69. Minute aus, nach dem Abpfiff verschwand er wortlos aus dem Stadion.

Trotz der Kritik und öffentlicher Zweifel hält Parreira weiterhin zu seinem umstrittenen Star und kündigte dessen Einsatz im zweiten Gruppenspiel am Sonntag gegen Australien (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) an, das mit einem 3:1-Erfolg gegen Japan in das Turnier gestartet ist. "Er muss erst noch ins Turnier und seinen Rhythmus finden. Und das kann er am besten, wenn er spielt", so Parreira. 

guv/dpa/sid



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