Klinsmann-Nachfolger Hoeneß bestätigt Interesse an van Gaal, Beckenbauer nennt Sammer

Immer öfter fällt sein Name als Nachfolger von Jürgen Klinsmann. Bayern-Manager Uli Hoeneß hat Louis van Gaal nun offiziell als Kandidaten für das Traineramt in München bezeichnet. Franz Beckenbauer ließ noch einen anderen Namen fallen: Matthias Sammer.


Hamburg - "Van Gaal ist einer der Kandidaten, über die wir nachdenken", bestätigte Manager Uli Hoeneß in der "Süddeutschen Zeitung". Nach Informationen des Blattes hat der deutsche Rekordmeister bereits Kontakt mit dem 57 Jahre alten Coach des neuen niederländischen Meisters AZ Alkmaar aufgenommen. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hält van Gaal für einen sehr guten Trainer. "Das hat er schon öfter bewiesen - bei Hollands Nationalteam, beim FC Barcelona oder Ajax Amsterdam", sagte Beckenbauer im Deutschen Sportfernsehen (DSF).

Alkmaar-Trainer van Gaal:
DPA

Alkmaar-Trainer van Gaal:

Der "Kicker" hatte bereits am Donnerstag van Gaal als Favoriten für den Cheftrainer-Posten beim deutschen Meister genannt. Nach der Trennung von Jürgen Klinsmann amtiert Jupp Heynckes, 63, bei den Münchnern bis zum Saisonende als Interimstrainer. Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge hatte nach dem Rauswurf von Klinsmann angekündigt, dass sich der Verein bei der Trainerfrage um eine "zeitnahe Lösung" bemühe: "Natürlich wäre das schön, um den Trainer in die Kaderplanung für die neue Saison einzubinden."

Neben van Gaal steht auch Matthias Sammer auf der Kandidatenliste für den Posten des Cheftrainers. Dies bestätigte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer am Samstag beim Pay-TV-Sender Premiere. Weitere Kandidaten wollte oder konnte Beckenbauer nicht verraten: "Ich hab nicht mehr alle im Kopf, ist schon ein paar Tage her und bin ein bisschen vergesslich."

Van Gaal, der in der holländischen Liga gerade den Außenseiter Alkmaar zum Titel geführt hat, brachte sich vor Wochen selbst in München ins Gespräch. Er erklärte, er werde nur noch zu einem großen Club "wie Real Madrid oder Bayern München wechseln". Van Gaal wurde in Spanien mit dem FC Barcelona zweimal Meister, holte die Champions League mit Ajax Amsterdam (1995) - scheiterte aber als Nationalcoach der Niederländer völlig überraschend an der Qualifikation zur WM 2002.

Nach Angaben von Beckenbauer steht sein eigener Wunschkandidat Guus Hiddink aber nicht zur Debatte: "Er steht nicht auf der Liste, weil es zwecklos ist, mit ihm zu reden. Denn wenn einer Chelsea verlässt, um die russische Nationalmannschaft auf Südafrika vorzubereiten, dann wird der nicht zum FC Bayern kommen." Ein klares Anforderungsprofil hat der Münchner Aufsichtsratsvorsitzende an den neuen Coach: "Er muss alles können, um in diesem Verein zurechtzukommen. Er muss Glück haben, er muss Erfolg haben und das Wichtigste: Er muss die Spiele gewinnen. Ganz einfach."

Bei der Nachfolgeregelung für den am Jahresende aus dem Vorstand ausscheidenden Manager Hoeneß planen die Bayern unter anderem mit dem aktuellen Teammanager Christian Nerlinger. Der Ex-Profi könnte als Sportdirektor den sportlichen Part von Hoeneß übernehmen, der Franz Beckenbauer Ende 2009 als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender ablösen soll. "Als Fakt können wir das noch nicht bestätigen", sagte Hoeneß der "SZ" zu Nerlinger. "Aber dass er als einziger Nicht-Vorständler beim letzten Treffen mit Jürgen Klinsmann dabei war, hat ja eine Bedeutung", ergänzte Hoeneß.

Gesucht wird zudem noch ein Marketing-Experte, der die wirtschaftlichen Aufgaben von Hoeneß übernehmen soll. Neu im Gespräch ist nach der schon vor längerer Zeit erfolgten Absage von Christian Seifert, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), Stephan Grühsem aus dem Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg.

goe/dpa

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