Köln auf Trainersuche Daum erklärt Wechsel nach Istanbul

"Keine Entscheidung gegen Köln": Christoph Daum hat begründet, warum er den 1. FC Köln vorzeitig verlässt und in die Türkei wechselt. Den Coach zieht es wieder zu Fenerbahce Istanbul. Der Verein und Lukas Podolski wurden von Daums Entscheidung kalt erwischt.


Hamburg - Christoph Daum hat seine vorzeitige Vertragskündigung beim Bundesligisten 1. FC Köln mit der Möglichkeit begründet, "direkt wieder international zu spielen, was für mich immer mein größter Anreiz und Wunsch als Trainer war". Es sei keine Entscheidung gegen den 1. FC Köln. Das ließ der 55-Jährige am Dienstag über sein Anwaltsbüro erklären. Diese Chance habe er mit seinem neuen Club, der laut Daums Einlassungen "bis auf weiteres noch nicht genannt werden möchte". Medienberichten zufolge soll es sich um den 17-maligen türkischen Meister Fenerbahce Istanbul handeln. Seine Anwälte hätten einen längerfristigen Vertrag ausgehandelt.

Trainer Daum: Von Köln zurück nach Istanbul
DDP

Trainer Daum: Von Köln zurück nach Istanbul

Desweiteren heißt es in der Erklärung, die Daum verbreiten ließ: "Somit ist meine Entscheidung keine gegen den 1. FC Köln, sondern für die neue Herausforderung. Ich hätte zwar auch gern meinen noch eine Saison laufenden Vertrag abgearbeitet. Meine Mission in Köln ist aber mit dem Aufstieg und dem Erreichen eines Mittelfeldplatzes ohne Abstiegsgefahr in der abgelaufenen Bundesligasaison erfüllt, worauf ich schon nach dem letzten Bundesligaspieltag hingewiesen habe. Damit haben wir alle zusammen in Köln eine Basis geschaffen, auf der jetzt weiter erfolgreich aufgebaut werden kann."

Bei dem türkischen Erstliga-Club hatte er bereits von 2003 bis 2006 gearbeitet und in dieser Zeit zwei Meistertitel gewonnen. Es habe vorher keinerlei Anzeichen gegeben, dass Daum von seiner Kündigungsoption Gebrauch machen wolle, teilte FC-Manager Michael Meier mit. Die Entscheidung Daums sei für den Verein "völlig überraschend gekommen".

Auch Nationalspieler Lukas Podolski zeigte sich vom Rückzug Daums überrascht. Über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ließ Podolski wenige Stunden vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Vereinigten Arabischen Emirate mitteilen: "Ich bin zuversichtlich, dass der Verein schnell einen Nachfolger findet. Und ich bin auch sicher, dass der FC seine gesteckten Ziele unabhängig vom Trainerwechsel weiterhin erreichen wird."

Daum soll in Istanbul die Nachfolge von Luis Aragonés antreten. Laut Informationen der spanischen Sportzeitung "El Mundo Deportivo" ist Spaniens Europameister-Trainer am späten Montagabend bei Fenerbahce beurlaubt worden.

Der Vertrag des Spaniers, der die Mannschaft in der nationalen Meisterschaft nur auf Platz vier geführt hatte, soll demnach aufgelöst werden.

Daum war nach einer ersten Amtszeit in Köln (1986 bis 1990) 2006 zum FC zurückgekehrt. Im vergangenen Jahr gelang der Aufstieg in die erste Bundesliga, die abgelaufene Saison beendeten die Kölner auf Platz zwölf.

ruf/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.