Köln - Gladbach Angst essen Seele auf

Der 1. FC Köln bekommt, wenn es gegen Borussia Mönchengladbach geht, den Kopf nicht frei. Im berüchtigten Rheinderby überzeugten nur die Gäste.


Zweikampf zwischen Kölns Christian Springer und Gladbachs Marcel Witeczek
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Zweikampf zwischen Kölns Christian Springer und Gladbachs Marcel Witeczek

Köln - Borussia Mönchengladbach bleibt der Angstgegner des 1. FC Köln. Im 67. rheinischen Derby der Fußball-Bundesliga feierte der Aufsteiger am Sonntag beim 2:0 (1:0) seinen zweiten Saisonsieg und kam im 34. Gastspiel bei den "Geißböcken" bereits zu seinem 19. Erfolg. Vor 41.836 Zuschauern, darunter etwa 10 000 Fans vom Niederrhein, im nicht ganz ausverkauften Müngersdorfer Stadion sorgten "U 21"-Nationalspieler Bernd Korzynietz (47.) und Arie van Lent (90.) für die Entscheidung zu Gunsten der Borussia, die sich in der Tabelle mit sieben Punkten in vordere Gefilde verbesserte. Der 1. FC Köln (4) bleibt dagegen vorerst im Mittelmaß stecken.

"Wenn wir so spielen - das macht einfach Spaß. Wir waren die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen", sagte Gladbachs Torhüter Jörg Stiel nach der hart umkämpften Begegnung, in der sich die beiden rheinischen Rivalen nichts schenkten. "Scheiß Niederlage", gestand hingegen Kölns Jörg Reeb nach der verdienten Heimpleite. "Ich weiß nicht, warum wir wieder in den schlechten Trott verfallen sind."

Harte Gangart


In einer von Beginn an hart umkämpften Begegnung schenkten sich die beiden rheinischen Rivalen nichts, boten aber insgesamt eher durchwachsenen Fußball, wobei vor allem die Hausherren enttäuschten. In Aktion trat zunächst vornehmlich Schiedsrichter Lutz Wagner (Hofheim), der schon in der Anfangs-Viertelstunde drei Gelbe Karten verteilte. Insgesamt wurden allein vor der Pause 33 Fouls gezählt. Unter der allgemeinen Härte litt das Spiel, Torchancen waren Mangelware.

Die von Trainer Ewald Lienen auf drei Positionen veränderte FC-Elf kam kaum zu sehenswerten Aktionen, da von Dirk Lottner keine Impulse ausgingen. Der später sogar ausgewechselte Spielmacher hatte immerhin vor der Pause die einzige Kölner Chance (10.) auf dem Fuß, schoss aber volley knapp über die Latte. Im Gegenzug scheiterte Korzynietz ebenso am reaktionsschnellen Kölner Keeper Alexander Bade wie Torjäger Arie van Lent (26.), der den Schlussmann mit einem schönen Drehschuss prüfte.

Einfallslose Kölner


Nach dem Wechsel dann gleich die Führung der Borussia. Van Lent passte auf Korzynietz, der von der Strafraumgrenze mit einem trockenen Schuss genau in den Winkel traf. Nun mussten die Hausherren ihre Zurückhaltung aufgeben. Lienen brachte drei weitere Offensiv-Kräfte in die Partie, am harmlosen Auftritt der Hausherren änderte sich jedoch nicht viel. Denn die gut organisierte Vierer-Abwehrkette, aus der Max Eberl und Steffen Korell herausragten, hielt der einfallslosen Kölner Schluss-Offensive stand. Torjäger van Lent setzte per Konter mit seinem vierten Saison-Treffer den Schlusspunkt.

1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach 0:2 (0:0)
0:1 Korzynietz (47.)
0:2 van Lent (90.)
Köln: Bade - Reeb, Cullmann, Cichon (73. Baranek), Keller - Voigt, Lottner (73. Arweladse), Springer - Scherz (65. Kreuz), Kurth, Reich
Mönchengladbach: Stiel - Eberl, Korell, Pletsch (62. Asanin), Witeczek - Hausweiler, Nielsen, Demo - Korzynietz (77. Ulich), van Lent, van Houdt (80. Küntzel)
Schiedsrichter: Wagner (Hofheim)
Zuschauer: 41.836
Gelbe Karten: Reeb, Voigt - Korell (2), Pletsch (2), Eberl (2), van Lent (2)



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