Kokain-Prozess Zeuge entlastet Daum

Im Kokain-Prozess gegen Christoph Daum vor dem Landgericht Koblenz sammelte der angeklagte Fußballtrainer Pluspunkte. Ein Zeuge zog eine belastende Aussage zurück.


Christoph Daum in Koblenz (Archivbild)
DPA

Christoph Daum in Koblenz (Archivbild)

Koblenz - "Ich habe wahrheitswidrig einer Vertrauensperson der Polizei davon berichtet, Daum zu kennen. In Wirklichkeit kannte ich Daum gar nicht", ließ der mitangeklagte Hans-Josef W. am Dienstag über seinen Anwalt mitteilen.

Der mutmaßliche Drogendealer ließ via Verteidiger verlauten, dass seine damalige Darstellung der Ereignisse gegenüber dem V-Mann "Imponiergehabe" gewesen sei: "Ich habe zu keinem Zeitpunkt den Auftrag erhalten, für Christoph Daum 100 Gramm Kokain zu besorgen." Der Anwalt des 55-Jährigen ergänzte, sein Mandant habe "ein sehr schlechtes Gewissen" und wolle sich "in aller Öffentlichkeit" bei Daum entschuldigen.

Möglicherweise wird das bis zum 4. Juni verlängerte Verfahren in Koblenz früher als geplant beendet. Daums Anwälte drängen auf eine Abtrennung des Verfahrens gegen den derzeitigen Coach des türkischen Spitzenclubs Besiktas Istanbul, dem der illegalen Erwerb von Kokain in 63 Fällen vorgeworfen wird. Zudem soll der 48-Jährige die Beschaffung von 100 Gramm der Droge in Auftrag gegeben haben.

Warten auf Leverkusens Manager Reiner Calmund

Am Dienstag, dem 19. Verhandlungstag des im Oktober begonnenen Strafprozesses, unterbrach der Vorsitzende Richter Ulrich Christoffel die Hauptverhandlung für ein vertrauliches Gespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Einzelheiten wurden jedoch bis Dienstagabend nicht bekannt.

Der Prozess wird nächsten Dienstag fortgesetzt. Dann soll der Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen aussagen. Calmund hatte die notariell entnommene Haarprobe dem Rechtsmedizinischen Institut in Köln übergeben. Dem Bayer-Manager wurde im Anschluss an die Analyse das positive Ergebnis schriftlich mitgeteilt, woraufhin Daum als Bayer-Coach entlassen wurde.



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