Korruptionsverdacht Ermittlungen gegen rumänischen Verbandspräsidenten

In der Affäre um angeblichen Stimmenkauf bei der Vergabe der EM 2012 steht nun der Präsident des rumänischen Fußballverbandes, Mircea Sandu, im Fokus. Er soll einer der vier Uefa-Funktionäre sein, die gegen Geldzahlung für Polen und die Ukraine gestimmt haben. Sandu bestreitet die Vorwürfe.
Rumänischer Fußballverbands-Präsident Sandu: "Ich kann nicht angeklagt werden"

Rumänischer Fußballverbands-Präsident Sandu: "Ich kann nicht angeklagt werden"

Foto: Robert Ghement/ dpa

Hamburg - Die rumänische Antikorruptionsbehörde ermittelt gegen den Präsidenten des nationalen Fußballverbandes, Mircea Sandu. Grund für die Untersuchungen sind nach einem Bericht des Fernsehsenders "Realitatea TV" Bestechlichkeitsvorwürfe im Zusammenhang mit der Stimmabgabe für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine.

Demnach soll Sandu, seit 2007 rumänisches Exekutivmitglied der Europäischen Fußball-Union Uefa, zwei Millionen Euro kassiert haben, damit er für Polen und die Ukraine stimmt. Der 58-Jährige wies alle Vorwürfe zurück und will gerichtlich gegen den ehemaligen Schatzmeister des zypriotischen Fußballverbands, Spyros Marangos vorgehen. Dieser hatte Uefa-Funktionären Bestechlichkeit im Zusammenhang mit der EM-Vergabe 2012 vorgeworfen, ohne bislang allerdings Namen zu nennen.

"Die Antikorruptionsbehörde hat keinen Grund zu ermitteln, da es keinerlei Aussage gibt, die den Namen Mircea Sandu beinhaltet. Außerdem geht diese Sache den rumänischen Staat nichts an", sagte Sandu. Kein einziger Uefa-Funktionär sei bislang der Bestechlichkeit überführt worden, das Ganze sei die Erfindung eines zypriotischen Funktionärs, der weder Namen genannt, noch Beweise vorgebracht habe. "Ich kann nicht angeklagt werden, weil es keine Gründe und keine Beweise gibt", sagte Sandu.

Mangos hat noch keine Beweise für seine Anschuldigungen vorgelegt

Marangos behauptet, dass vier Uefa-Exekutivmitglieder sich ihre Stimme für die Vergabe der EM-Endrunde 2012 nach Polen und in die Ukraine mit insgesamt elf Millionen Euro haben bezahlen lassen. Die Wahl ging 2007 überraschend mit 8:4 Stimmen zu Gunsten der Kandidaten aus Osteuropa und gegen die favorisierten Italiener aus. Daher forderte Mangos nachträglich die Verlegung der EM 2012 nach Italien.

Doch auch zwei Tage nach Ablauf eines Uefa-Ultimatums hat Marangos keine Beweise vorgelegt. "Ich vertraue der Uefa nicht," sagte er am Freitag bei einer Pressekonferenz in Nikosia. Namen von Zeugen, Dokumente oder andere Belege legte Marangos nicht vor.

Die Uefa hatte ihm ein Ultimatum bis Mittwochabend gesetzt, Beweise für seine Anschuldigungen zu liefern. Nach Ablauf der Frist hat die Uefa rechtliche Schritte gegen den Zyprer angekündigt. "Meine Rechtsanwälte kümmern sich darum", sagte Marangos dazu.

ham/dpa
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