Krach bei den Bayern Ein Hauch von Hollywood

Die Diskussion um die Verlängerungen von Spielerverträgen beim FC Bayern München hat Brisanz gewonnen: Manager Uli Hoeneß und Präsident Franz Beckenbauer kritisieren sich nun gegenseitig.


Manager Hoeneß: "Wir bestimmen und niemand von außen"
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Manager Hoeneß: "Wir bestimmen und niemand von außen"

München - Auslöser ist offenbar die Forderung von Willy Sagnol, künftig deutlich mehr Gehalt zu beziehen. Manager Hoeneß stellte klar, dass der Verein für keinen Spieler sein Tafelsilber verkaufen werde. Doch diese Sichtweise, die eher auf Sparsamkeit angelegt ist, möchte Vereinspräsident Franz Beckenbauer nicht länger teilen: "Wir sind ein Fußballclub und keine Bank. Es nützt ja nichts, wenn das Geld dort rumliegt. Im neuen Stadion brauchen wir eine schlagkräftige Mannschaft. Deshalb müssen wir investieren", sagte er der "Sport Bild".

Hoeneß setzte im DSF dagegen, "über die Aussagen von Franz" müsse er "manchmal lächeln". Allerdings betonte er auch, dass es "nicht funktionieren wird, einen Keil zwischen uns zu treiben". Beckenbauer werde von den Medien missbraucht, meinte Hoeneß weiter. Einige hätten immer noch nicht kapiert, "dass Franz nicht für das Tagesgeschäft verantwortlich ist". Grundsätzlich "bestimmen wir und niemand von außen".

Bei den Bayern laufen am 30. Juni 2006 zwölf Profi-Verträge aus. Konkrete Verhandlungen wurden bisher nur mit Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack geführt. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich unlängst noch Bedenkzeit erbeten.

Magath kann auf Sagnol verzichten

Beckenbauer dagegen forderte nun eine schnelle Klärung der Personalie Ballack: "Es wäre für beide Seiten besser und sinnvoller, wenn sich Ballack bald entscheiden würde. Wenn du das ganze Jahr das Thema vor dir herschiebst, wirst du gestört. Allein schon die Fragerei." Notfalls wolle Beckenbauer Ballack ein besseres Angebot als den bisher offerierten Vierjahresvertrag machen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte, dass der FC Bayern nicht vorhabe, nachzulegen: "Es geht darum, dass die Finanzlage gewahrt bleibt."

Für Hoeneß ist die "ganze Hektik absolut lächerlich. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir ein Problem haben". Die Spieler hätten zwar erkannt, dass sie "über die Medien Späßchen machen können, um ihre Forderungen zu formulieren und ihre Position im Vertragspoker zu verbessern". Aber wie die Spieler seien auch die Chefs "ausgeschlafen". Am Ende werde sich zeigen, "wer früher ins Bett gegangen ist".

Von den Diskussionen um die Arbeitspapiere der Profis zeigt sich Trainer Felix Magath unberührt. Auf die jüngsten Forderungen von Abwehrspieler Sagnol reagierte er gewohnt gelassen. "Ich hätte kein Problem damit, wenn die Diskussion am Ende dazu führt, dass Willy uns nächsten Sommer verlässt", sagte Magath.



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