Krise in Hamburg HSV trennt sich von Oenning

Es ist der erste Trainerrauswurf der Bundesliga-Saison: Der Hamburger SV hat sich von Michael Oenning getrennt - dabei hatte Sportdirektor Arnesen dem Trainer nach der jüngsten Niederlage noch eine Jobgarantie für die kommende Partie gegeben.
Trainer Oenning: Beim Hamburger SV durch Rodolfo Cardoso ersetzt

Trainer Oenning: Beim Hamburger SV durch Rodolfo Cardoso ersetzt

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Hamburg - Michael Oenning ist nicht mehr Trainer des Hamburger SV. Der Club und der 45-jährige Oenning haben sich einvernehmlich getrennt. Beim Spiel am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Stuttgart wird Rodolfo Cardoso, derzeit Trainer der zweiten Mannschaft, auf der Bank der Hamburger sitzen.

"In den letzten zwei Tagen nach der 0:1-Niederlage gegen Mönchengladbach und nach vielen intensiven Gesprächen sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir diese Entscheidung treffen mussten", erklärte Sportdirektor Frank Arnesen auf der HSV-Homepage. "Wir werden uns ab heute intensiv mit der Nachfolge von Michael Oenning beschäftigen. Rodolfo hat jetzt unsere volle Unterstützung."

Michael Oenning sagte nach dem Gespräch mit dem Vorstand: "Es ist auch für mich nachvollziehbar, dass der Verein in der jetzigen Situation einen anderen Weg geht." Die Mannschaft wurde am frühen Montagnachmittag über den Rauswurf des Trainers informiert und absolvierte anschließend eine Laufeinheit.

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Nach sechs Spieltagen ist der HSV mit nur einem Punkt und 17 Gegentoren Tabellenletzter und steckt tief in der Krise. Trotzdem war die Entwicklung zu diesem Zeitpunkt überraschend: Am Samstagabend hatte sich Sportchef Frank Arnesen noch vor die Presse gestellt und gesagt: "Wir haben kommenden Freitag ein Spiel in Stuttgart. Da sitzt Michael Oenning mit mir und der Mannschaft zusammen im Flugzeug."

Michael Oenning hatte das Traineramt bei HSV am 13. März 2011 zunächst vorübergehend vom beurlaubten Armin Veh übernommen und am 28. April einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Unter der Leitung des 45-Jährigen schaffte der HSV nach dem Auftakterfolg am 19. März gegen den 1. FC Köln (6:2) allerdings in 13 weiteren Bundesliga-Spielen keinen einzigen Sieg mehr.

Während in Hamburg mit Huub Stevens, Horst Hrubesch und Thomas von Heesen bereits erste Namen als Nachfolger Oennings gehandelt wurden, fällte Kaiser Franz Beckenbauer bereits am Sonntag ein vernichtendes Urteil über die Situation in der Hansestadt. "Ich kenne keinen Trainer auf der Welt, der dem HSV helfen könnte", sagte Beckenbauer in der Fußball-Talkshow "Sky90".

leh/klu/sid/dapd
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