Krisenclub Schalke wirft Slomka raus

Die Stimmung im Club war schlecht, die Ergebnisse stimmten nicht. Nun hat der FC Schalke reagiert: Trainer Mirko Slomka wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.


Hamburg – Wie der Bundesliga-Dritte in einer Pressemitteilung erklärte, habe sich der Club von Slomka getrennt. Die Entscheidung sei einstimmig im Vorstand getroffen worden. Manager Andreas Müller habe Slomka bereits informiert. Auch Co-Trainer Nestor El Maestro wurde freigestellt.

Schon seit längerem hatte es immer wieder Diskussionen um Slomka gegeben, der bei den Gelsenkirchenern noch bis 2009 unter Vertrag steht und am 4. Januar 2006 Nachfolger des entlassenen Cheftrainers Ralf Rangnicks geworden war. Nach dem Aus im Viertelfinale der Champions League am Mittwoch beim FC Barcelona und der 1:5-Niederlage am Samstag bei Werder Bremen sah sich die Schalker Führung nun zum Handeln gezwungen.

"Mirko hat bei uns gute Arbeit geleistet, was durch die sportlichen Erfolge dokumentiert wird. Im Laufe dieser Saison haben wir jedoch den Eindruck gewonnen, dass sich die Mannschaft sportlich nicht entscheidend weiterentwickelt. Wir sind zu der Ansicht gekommen, dass dies mit einem neuen Trainer besser gelingen würde", sagte Müller. "Ich trage die Entscheidung der sportlichen Führung mit. Es war keine Fortentwicklung zu erkennen, deshalb haben wir die Reißleine gezogen", so Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies.

Das Duo Mike Büskens und Youri Mulder wird die Schalker Mannschaft in den verbleibenden sechs Bundesligaspielen bis zum Saisonende betreuen; die beiden waren viele Jahre als 04-Spieler aktiv. Der Trainer für die neue Saison stehe noch nicht fest, teilte Schalke mit. Slomka, vor allem bei Präsident Josef Schnusenberg nicht wohl gelitten, hatte direkt nach der Partie in Bremen keinen Hehl mehr aus seiner Frustration gemacht. "Ich habe keine Lust mehr, mich zu verteidigen", sagte Slomka, der vor seiner Beförderung zum Chefcoach bereits als Rangnick-Assistent bei Schalke tätig war.

Vergangene Saison hatte Schalke den zweiten Platz in der Bundesliga erreicht. Diese Spielzeit kann der Club trotz des Debakels in Bremen immer noch die Qualifikation für die Champions League schaffen. Schalke spielt am Dienstag gegen Abstiegskandidat Energie Cottbus und am kommenden Samstag beim Tabellenvierten Hamburger SV.

"Zuletzt gab es auch bei mir eine Tendenz, die Zusammenarbeit mit Mirko nach dieser Saison zu beenden. Nach dem Bremen-Spiel ist dann bei mir die Entscheidung gereift, diesen Schritt vorzuziehen", sagte Müller. "Es ist eine Situation entstanden, die sich meiner festen Überzeugung nach in den nächsten Wochen sehr negativ auf die Mannschaft auswirken würde und somit das verbleibende Saisonziel Champions-League-Qualifikation gefährdet. Daher dieser schnelle Entschluss."

ach/sid/dpa

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