Krisengipfel in Italien Regierung verbannt Zuschauer aus den Stadien

Die italienische Regierung hat nach den Ausschreitungen in Catania durchgegriffen: In unsicheren Stadien darf nur noch vor leeren Rängen gespielt werden. Damit drohen viele Geisterspiele. Am Wochenende soll der Ball wieder rollen.


Hamburg - Mit diesem Ergebnis ging am Abend der Krisengipfel mit Vertretern der Regierung, des italienischen Fußballverbandes FIGC und des Nationalen Olympischen Komitee CONI in Rom zu Ende. Schon übermorgen soll in einer außerordentlichen Kabinettssitzung eine Gesetzesvorlage zur Sicherheit in den Stadien verabschiedet werden.

Innenminister Amato: "Wir müssen uns wehren"
AP

Innenminister Amato: "Wir müssen uns wehren"

"Ich werde nichts anderes dulden. Wir müssen uns gegen die verantwortungslose und kriminellen Regeln der Vandalen-Gruppen wehren", sagte Innenminister Giuliano Amato. Laut CONI-Angaben vor dem Treffen der Sportfunktionäre mit Amato entsprechen derzeit in Italien lediglich die Olympiastadien in Rom und Turin sowie das Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand den Sicherheitsanforderungen.

Beim FIGC ging der kommissarische Präsident Luca Pancalli nach Ende der Konferenz von der Wiederaufnahme des Spielbetriebs schon am kommenden Wochenende aus. "Die Beschlüsse schaffen die Bedingungen, dass wir wieder spielen können", erklärte Pancalli. Formal soll die FIGC-Führung die derzeit noch geltende Absetzung aller Spiele im Land nach der Verabschiedung der neuen Bestimmungen am Mittwoch durch das italienische Kabinett unter Führung von Ministerpräsident Romano Prodi beschließen.

Außer auf die "Geisterspiele" in unsicheren Stadien einigten sich die Konferenzteilnehmer in Rom auch auf ein Verkaufsverbot von Eintrittskarten an die Gast-Vereine. Darüber hinaus ist die Zeit für die Polizei zum Zugriff auf berüchtigte Ultra-Fans auf 48 Stunden verlängert worden. Zudem dürfen auch gegen bislang nicht vorbestrafte Hooligans Stadionverbote ausgesprochen werden.

Bereits einmal verurteilte Krawallmacher müssen in Zukunft zu den Zeitpunkten der Spiele ihrer favorisierten Clubs Sozialdienst leisten. Die Clubs sind schließlich dazu verpflichtet, für die Ordnung in den Stadien Sicherheitsdienste zu engagieren, jegliche Verbindungen zu den als besonders gewaltbereiten Ultra-Gruppierungen in ihrer Anhängerschaft abzubrechen und die Kosten für den Betrieb der öffentlichen Stadien mit den Städten zu teilen.

Am vergangenen Freitag waren bei Ausschreitungen am Rande des Spiels zwischen Catania und Palermo ein Polizist ums Leben gekommen und nahezu hundert Personen verletzt worden. Daraufhin war der komplette Spieltag in den italienischen Ligen abgesagt worden. Der getötete Polizist Filippo Raciti ist heute beigesetzt worden.

bri/dpa/sid



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T. Wagner 03.02.2007
1.
Um die Frage zu beantworten müsste man zunächst wissen, was das eigentlich für Menschen sind, die - offenbar nicht unbedingt wegen eines Fußballspiels, sondern um Randale zu machen - allwöchentlich zum verabscheuungswürdigen Monster mutieren. Die Frage ist: Was sind sie jeweils VOR der Mutation? Was treibt sie um? Wie sieht ihr "normales" Leben aus? Altersgruppe? Soziale Herkunft? Alles Fragen, die zunächst beantwortet werden müssen.
medienquadrat, 03.02.2007
2. der heutige Fußball ist an sich schon brutal und asozial.
Solange sich die meisten Spieler benehmen, wie die hinterletzten Bunken, Fußball mit alten Gladiatorenkämpfen verwechselt wird und die Spieler mit allen möglichen Tricks versuchen, sich am Sport vorbei zu profilieren wird es niemals ein faires Miteinander geben. Weder zwischen den gegnerischen Mannschaften, noch bei den Fans. Alleine schon, dass andauernd auf den Rasen gerotzt wird, wo im nächsten Moment ein anderer Spieler mit dem Gesicht aufschlägt ist einfach nur ekelerregend. Warum urinieren oder koten diese ******** nicht einfach unter sich, dann würde man deren Einstellung zum Sport anschaulicher vor Augen geführt bekommen. Und noch was, zu bedenken: Die WM in Deutschland haben die Medien gerettet, weil sie Ausschreitungen der "Fans" und pöbelnde Spieler weitestgehend ausgeblendet oder entsprechend kommentiert haben. Wäre in BILD-Zeitungsart über die WM in den Medien berichtet worden hätten wir sicherlich einen Kriegszustand in unseren Straßen erlebt.
Dr h.c. Ceasar, 03.02.2007
3.
---Zitat von T. Wagner--- Um die Frage zu beantworten müsste man zunächst wissen, was das eigentlich für Menschen sind, die - offenbar nicht unbedingt wegen eines Fußballspiels, sondern um Randale zu machen - allwöchentlich zum verabscheuungswürdigen Monster mutieren. Die Frage ist: Was sind sie jeweils VOR der Mutation? Was treibt sie um? Wie sieht ihr "normales" Leben aus? Altersgruppe? Soziale Herkunft? Alles Fragen, die zunächst beantwortet werden müssen. ---Zitatende--- Das sind keine Menschen, sondern Affen (obwohl die Affen möglicherweise zivilisierter), die den Sprung der Evolution nicht geschafft haben. Bitte jetzt nicht so ein Hooligan-Spruch, wie "den Kick" suchen. Solchen Leuten rate ich an, wenn sie den Adrenalin brauchen, fahrt mit dem Auto gegen die Wand, dann bekommt ihr einen Kick und die Gesellschaft ist euch los. Leider sind die Strafen für solche Koffer zu gering. Mien Mitgefühl mit der Familie des toten Polzisten (das erinnert mich an den französichen Polizisten, der von deutschen Einzellern zu einem Pflegefall geprügelt wurde, wegen des Kicks). Es ist kein italienisches Problem, solche ernsthaft kranken Leute gibts überall, sie gehören eingebuchtet für mehrere Jahre, die Gesellschaft braucht diese Halbaffen nicht. Man hört ja immer wieder, dass auch Anwälte und Ärzte da mitmischen (so als Rechtfertigung für diejenigen, die einen IQ haben, der geringer ist als der eines Aschenbechers, was bei der überwiegenden Zahl dieser Spinner so sein dürfte), in diesem Fall gehört diesen Leuten die Approbation entzogen bzw. ein Berufsverbot erteilt. Im Falle des Tods ines Polizisten sind die Leute lebenslänglich wegzusperren, "den Kick" suchen ist für mich ein niedriger Beweggrund und wer auf einen Menschen einschlägt ihn ins Gesicht tritt muss mit Ableben dieser Person rechnen, wer dies dennoch tut handelt vorsätzlich. Dann können sie 15 Jahre darüber nachdenken, ob es nicht sinniger gewesen wäre, den Kick anderswo zu suchen.
Pelusa, 03.02.2007
4.
Beleidigungen beim Fußball gegen gegnerische Fans und auch Polizisten sind ein Teil des Spiels, aber das gestrige Ereignis ist völlig unakzeptabel. Die Grenze wird mit Steinwürfen bereits überschritten, weil Treffer tödlich sein können. Italiens Fußball ist sicherlich noch zu retten, für die Zuschauer wird es dadurch aber einen Verlust ihrer "südländischen Begeisterung" geben. Feuerwerkskörper, Bengalfackeln usw. Dinge, die Fußballfans in aller Welt lieben, werden in Zukunft wohl nicht mehr toleriert. Die italienischen Vereine müssen sich konsequent für eine Gewaltprävention einsetzen. Allein durch verstärkte Polizeieinsätze lässt sich das Problem nicht lösen. Das Bewusstsein, dass Gewalt nicht zum Spiel gehört, ist bei vielen Fans leider nicht vorhanden.
webleser, 03.02.2007
5. italien = mafiosi-land
---Zitat von sysop--- Bei Ausschreitungen in der Serie A kam ein Polizist ums Leben. Kann der italienische Fußball den Randalierern noch Herr werden? ---Zitatende--- Italien ist so ein land, wo man so manchmal zweifelt, was da eigentlich los ist. vom industrialisierten/ziviliserten norden bis zum dritte-welt-mafiosi-sueden spannt der "stiefel". Ein in der tat "illusterer" geselle der EU - vor dem sich EU-aspiranten wie Rumaenien und Bulgarien ueberhaupt nicht zu verstecken brauchen - vor nicht allzu langer zeit gefuehrt vom ober-mafiosi berlusconi, der uns allen demonstrierte, welche dinge, in aller oeffentlichkeit und voellig sanktionslos, in der bananen-EU moeglich sind. nun haben sich ein paar gelangweilte italienische hooligans gekloppt, ja sogar ein polizei-inspektor musste in's grass beissen. man zeigt sich entsetzt. und das ist gut so. aber es ist nun mal ein teil, wenn auch der unerfreulichere, vom fussball. was soll's. es wird vorueber gehen. es gibt andere, viel draengendere probleme in der EU, die angepackt werden sollten. z.b., die bananen-zustaende beseitigen. naja, ziemlich utopisch. ich weiss. - w -
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