Kurzpässe Anelka wechselt nach China, Cruyff erringt Teilerfolg

Ab ins Reich der Mitte: Nicolas Anelka wird künftig in der chinesischen Liga stürmen. Im Streit um Louis van Gaals Ernennung zum Generaldirektor bei Ajax Amsterdam hat Johan Cruyff einen ersten Erfolg errungen. Und: Der DFB überlegt, Bakak Rafati durch einen Nachwuchsschiedsrichter zu ersetzen.

Stürmer Anelka: Neuer Job in China
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Stürmer Anelka: Neuer Job in China


Hamburg - Der Wechsel von Nicolas Anelka vom FC Chelsea zu Shanghai Shenhua nach China ist perfekt. Der englische und der chinesische Club gaben den Transfer am Montag bekannt. Der 32-Jährige wechselt in der Winterpause und erhält in China einen Zweijahresvertrag. Über die Ablösesumme für den Angreifer, der noch bis Ende der Saison bei den Londonern unter Vertrag stand, machten die Clubs keine Angeben. Bis zu 233.000 Euro pro Woche soll Anelka in China verdienen, doppelt so viel wie zuletzt in England.

Im Machtkampf bei Ajax Amsterdam hat Aufsichtsratsmitglied Johan Cruyff einen Teilerfolg errungen. Ein Gericht in Haarlem entschied, dass die Berufung von Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal zum Generaldirektor ebenso ausgesetzt werden muss wie die Ernennungen von Martin Sturkenboom und Danny Blind zu Interims-Direktoren. Vielmehr müssten die Personalien auf einer außerordentlichen Versammlung der Anteilseigner des niederländischen Rekordmeisters erst noch abgesegnet werden. Cruyff war vor Gericht gezogen, weil er sich bei der Verpflichtung van Gaals von den übrigen vier Mitgliedern des Aufsichtsrats übergangenen fühlte.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwägt, Schiedsrichter Babak Rafati in der Bundesliga-Rückrunde durch einen Nachwuchsmann zu ersetzen. "Das ist eine Überlegung für die Schiedsrichter-Kommission", sagte Herbert Fandel, Vorsitzender des Gremiums im DFB. Der nicht absehbare Ausfall des Unparteiischen stelle aber für die Besetzung der Spiele "kein Problem" dar. In der Vergangenheit sei schon öfter in der Winterpause ein Naschwuchsmann zu den Spitzenreferees hinzugezogen worden, der in der Rückrunde einige Begegnungen pfiff. Rafati hatte am 19. November kurz vor der Begegnung 1. FC Köln - FSV Mainz versucht, sich in einem Kölner Hotel das Leben zu nehmen.

Timothy Chandler vom 1. FC Nürnberg ist vom Sportgericht des DFB wegen rohen Spiels für zwei Spiele gesperrt worden. Der Spieler war am Samstag beim 0:2 seines Clubs gegen 1899 Hoffenheim von Schiedsrichter Jochen Drees nach einer Attacke gegen Sejad Salihovic des Feldes verwiesen worden. Chandler steht damit erst am zweiten Rückrunden-Spieltag in Hannover (27. Januar 2012) wieder zur Verfügung.

Heiko Vogel wird Cheftrainer beim FC Basel. Er unterschrieb beim Schweizer Meister einen Vertrag bis 2014. Das hat der Vizepräsident des Clubs, Bernhard Heusler, bestätigt. Bislang war Vogel als Interimscoach tätig. Der 36-Trainer hatte am 13. Oktober kommissarisch die Nachfolge von Thorsten Fink angetreten, der zum Bundesligisten Hamburger SV gewechselt war.

Der polnische Nationalstürmer Robert Lewandowski von Borussia Dortmund wurde in seiner Heimat zum Fußballer des Jahres gewählt. Der 23-Jährige erhielt bei der vom Sportmagazin "Pilka Nozna" durchgeführten Wahl die meisten Stimmen vor seinem Dortmunder Mannschaftskollegen Lukasz Piszczek und Torhüter Wojciech Szczesny vom FC Arsenal, der als Entdeckung der Jahres geehrt wurde.

Die georgische Nationalmannschaft verliert ihren Kapitän: Kacha Kaladse hat seinen Rücktritt erklärt und wechselt in die Politik. Ob der Verteidiger auch seinen Vertrag beim italienischen Erstligisten FC Genua auflöst, ist noch unklar. Der Profi will sich an der neuen Oppositionsbewegung Georgischer Traum des Milliardärs Bidsina Iwanischwili beteiligen, die die Macht von Präsident Michail Saakaschwili brechen will. 2003 und 2007 hatte Kaladse mit dem AC Mailand die Champions League gewonnen.

joe/sid/dpa/dapd

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