Kurzpässe Babbel kritisiert VfB-Spieler, Liverpool-Verkauf geht vor Gericht

Hertha-Coach Markus Babbel hat den Spielern seines ehemaligen Clubs, VfB Stuttgart, mangelndes Engagement vorgeworfen. Der Streit um den Verkauf des Premier-League-Vereins FC Liverpool soll am Mittwoch entschieden werden. Der DFB hat das Verfahren gegen drei Spieler von Rot-Weiß Erfurt eingestellt.

Hertha-Trainer Babbel: Jedes Jahr den Trainer ausgewechselt
ddp

Hertha-Trainer Babbel: Jedes Jahr den Trainer ausgewechselt


Hamburg - Trainer Markus Babbel hat sich in die Diskussion um seinen Nachfolger Christian Gross beim Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart eingeschaltet. "Beim VfB muss sich jeder Spieler mal selbst hinterfragen, ob er alles für seinen Job tut. Es kann doch nicht sein, dass dort jedes Jahr der Trainer ausgewechselt wird", sagte der ehemalige Teamchef der Stuttgarter dem "Berliner Kurier". "Erst Veh, dann ich, jetzt hat es Gross schwer", so der heutige Trainer des Zweitliga-Tabellenführers Hertha BSC. Am Samstag spielt der Tabellenletzte VfB beim Vorletzten FC Schalke 04 (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

In der Streitfrage um den Verkauf des hoch verschuldeten englischen Premier-League-Clubs FC Liverpool kündigte ein Londoner Gericht eine Entscheidung für den Mittwochmorgen an. Die bisherigen Eigner, die US-Amerikaner Tom Hicks und George Gillett, wollen den Club nicht für die gebotenen 300 Millionen Pfund (343 Millionen Euro) an die ebenfalls in den USA beheimatete Firma New England Sport Ventures (NESV) verkaufen. Hicks und Gillett hatten daher gegen die Annahme des NESV-Gebots geklagt, weil der Vorstand ihrer Ansicht nach nicht das Recht zu einer solchen Entscheidung hatte.

Unterdessen hat der milliardenschwere Geschäftsmann Peter Lim aus Singapur sein Gegenangebot auf 320 Millionen Pfund (366 Millionen Euro) aufgestockt. Weitere 40 Millionen Pfund (45,7 Millionen Euro) stünden demnach für Spielerkäufe bereit. Der FC Liverpool steht derzeit auf Rang 18 in der Tabelle der Premier League und damit auf einen Abstiegsplatz.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Verfahren gegen drei Spieler des Drittligisten Rot-Weiß Erfurt im Zuge des Wettskandals eingestellt. Das gab der Club am Dienstag bekannt. Gegen die Profis war wegen möglicher Verstrickungen in Spielmanipulationen ermittelt worden. Der Drittligist geht davon aus, dass auch das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft in Kürze eingestellt wird. Die Spieler hatten in eidesstattlichen Erklärungen alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Wolfgang Frank wird neuer Trainer beim Drittligisten Carl Zeiss Jena. Das teilte der Verein am Dienstag mit. Der 59-Jährige tritt die Nachfolge des am vergangenen Mittwoch beurlaubten Jürgen Raab an und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011. "Wir haben in den vergangenen Tagen sehr viele und intensive Gespräche geführt. Für Wolfgang Frank sprechen eindeutig seine Fachkenntnisse über die dritte Liga und sein Erfahrungsschatz", sagte Jenas Präsident Hartmut Beyer. Jena steht nach elf Spieltagen und nur zwei Siegen auf dem 18. Tabellenplatz der dritten Liga.

Der frühere tschechische Nationalspieler Pavel Nedved startet in seinem ehemaligen Verein Juventus Turin eine Karriere als Manager. Andrea Agnelli, der sich als Juventus-Präsident seit Mai um die Geschicke des Vereins kümmert, berief den 38-Jährigen in den Aufsichtsrat des italienischen Rekordmeisters. Der ehemalige Mittelfeldspieler soll zukünftig gemeinsam mit Juve-Sportdirektor Beppe Marotta an der Zusammenstellung des Kaders arbeiten. Nedved, der 2003 als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden war, hatte im Sommer 2009 seine Karriere beendet. Zuvor hatte er mit Juventus zwei Mal in Folge den Meistertitel geholt.

In der Bundesliga sorgen junge Talente derzeit für Furore, jetzt sollen private Anleger in die Zukunft der Nachwuchsspieler investieren können. Am Dienstag startete der erste Transferrechte-Fonds FTR 1, der auf steigende Marktwerte von jungen Fußballspielern und deren ablösepflichtige Vereinswechsel spekuliert. "Wir konzentrieren uns auf Spieler im europäischen Raum, deren Entwicklungspotenzial deutlich zu erkennen ist und die zwischen 18 und 23 Jahre alt sind", sagte Jörg Zeitz, geschäftsführender Gesellschafter der Hanseatischen Fußball Kontor GmbH. Dessen Geschäftspartner Kai-Volker Langhinrichs widersprach im "Hamburger Abendblatt" Befürchtungen, wonach die Talente zu Vereinswechseln gedrängt werden könnten. "Eine allgemeine Wechselwilligkeit ist bei diesen Talenten sowieso grundsätzlich gegeben. Wir werden auf dem Transfermarkt keine neuen Mechanismen auslösen", sagte Langhinrichs.

jar/sid/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.