Kurzpässe Balotelli raus, Spielabbruch in Mügeln

Inter Mailand hat seinen bei den Fans in Ungnade gefallenen Stürmer Mario Balotelli beurlaubt. Zweitligist Paderborn freut sich über den Klassenerhalt. In Mügeln brachen Spieler von Roter Stern Leipzig die Partie wegen antisemitischer Sprüche des Publikums ab.

Inter-Stürmer Balotelli: Derzeit nicht mehr im Kader des italienischen Meisters
AP

Inter-Stürmer Balotelli: Derzeit nicht mehr im Kader des italienischen Meisters


Hamburg - Mario Balotelli von Inter Mailand wurde von seinem Verein auf unbestimmte Zeit suspendiert. Der 19-Jährige hatte am Dienstag nach dem 3:1-Hinspielsieg in der Champions League gegen Titelverteidiger FC Barcelona sein Trikot auf den Boden geworfen. Der dunkelhäutige Balotelli war zuvor von den eigenen Fans ausgepfiffen worden. "Das, was Mario getan hat, war ein öffentlicher Selbstmord. Mario hat gut begonnen, dann ist die Welt über seinem Kopf zusammengebrochen", sagte Inter-Boss Massimo Moratti. Balotelli ("Ich entschuldige mich für mein Verhalten") wurde in der Vergangenheit häufig von gegnerischen Fans rassistisch beleidigt. Die Inter-Fans werfen dem italienischen U21-Nationalspieler mangelnden Einsatz vor.

Zu einem Spielabbruch kam es am Samstag in der Leipziger Bezirksklasse Staffel 2. Die Spieler von Roter Stern Leipzig weigerten sich, die Partie bei Mügeln-Ablaß in der zweiten Hälfte beim Spielstand von 2:0 für das Heimteam fortzusetzen, da sie sich von Teilen des Publikums antisemitisch beschimpft sahen. Der Schiedsrichter brach das Spiel daraufhin in der 80. Minute ab. Nach Auskunft von Roter Stern hatten Zuschauer, die der Mügelner Anhängerschaft zuzurechnen seien, schon vor dem Anpfiff antisemitische und nationalistische Gesten gezeigt. Unklar ist, wie die Begegnung nun gewertet wird.

Die Polizei war wegen der Brisanz der Partie in Mügeln präsent, konnte die Aktionen der mutmaßlich rechtsradikalen Zuschauer aber nicht verhindern. Die Polizei Mügeln wollte zu den Vorfällen keine nähere Auskunft geben. Bereits am 24. Oktober 2009 war es bei der Partie von Roter Stern in Brandis zu Ausschreitungen gekommen. Damals griffen Neonazis RSL-Fans mit Eisenstangen an und verletzten zwei von ihnen schwer. Der Schiedsrichter hatte die Partie bereits nach zwei Minuten abgebrochen.

Paderborn hält zweite Liga, Drittligisten Kiel und Dortmund steigen ab

Der SC Paderborn hat den Klassenerhalt in der zweiten Liga geschafft. Nach dem 3:2 (1:0) am Samstag beim MSV Duisburg kann der Aufsteiger in dieser Saison nicht mehr abgestiegen. Mahir Saglik (30./83. Minute) und Sören Brandy (54.) trafen für Paderborn. Den Duisburgern gelang vor 11.765 Zuschauern in der MSV-Arena durch Maurice Exslager (50.) und Dario Vidosic (87.) zweimal nur der Anschlusstreffer.

Alemannia Aachen verspielte gegen die SpVgg Greuther Fürth beim 2:2 (1:0) eine 2:0-Führung. Vor 18.924 Zuschauern auf dem Aachener Tivoli waren Abdul Özgen (45.+1) und Babacar Gueye (48.) erfolgreich. Für Fürth traf erst Samui Allagui (54.), dann fälschte Aachens Nico Herzig (55.) einen Schuss von Nicolai Müller unglücklich ins eigene Tor ab.

Die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund und Holstein Kiel stehen als erste Absteiger in die Regionalliga fest. Die Kieler verloren am 36. Drittliga-Spieltag 0:2 (0:1) gegen Rot-Weiß Erfurt, Dortmund unterlag dem VfL Osnabrück 1:2 (1:1). Der Wuppertaler SV hat nach dem 0:1 (0:1) bei der SpVgg Unterhaching nur noch geringe Chancen auf den Klassenerhalt.

Der Rückkehr in die zweite Liga kam hingegen Erzgebirge Aue ein weiteres Stück näher. Das 2:0 (2:0) bei Wacker Burghausen war für den den Spitzenreiter der fünfte Sieg nacheinander. Den zweiten Aufstiegsplatz belegt weiter Osnabrück. Dritter ist Eintracht Braunschweig nach einem 3:1 (1:1) gegen Bayern München II.

ach/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.