Kurzpässe Barça will ein Kind, St. Pauli kein Theater

Bayerns Torwart soll seine Karriere verlängern. Ein 12-Jähriger steht vor einem Wechsel zum FC Barcelona. In Spanien wurde ein Spieler von einem Fan attackiert. Auf St. Pauli ist ein letzter Vorhang gefallen.


Hamburg - Corny Littmann ist nicht mehr Präsident des FC St. Pauli. In einer Sitzung des Aufsichtsrates ist er einstimmig des Amtes enthoben worden. Bereits am Freitag wurde Vizepräsident Klaus Rummelhagen von seinen Tätigkeiten entbunden. Beide hatten angeblich einen Anhörungstermin beim Aufsichtsrat nicht wahrgenommen. Marcus Schulz, ebenso Stellvertreter Littmanns, soll morgen vor dem Gremium erscheinen.

Um der drohenden Entlassung zuvorzukommen, hatten Littmann und seine beiden Vertreter den Ehrenrat angerufen, der dies hätte verhindern können. Allerdings ist ihnen nun der Aufsichtsrat zuvorgekommen. "Ich bin verwundert, halte das Vorgehen für rechtswidrig. Unser Termin beim Ehrenrat hat aufschiebende Wirkung. Ich werde jetzt wohl unseren Anwalt informieren", sagte Littmann der "Bild"-Zeitung. Kommissarischer Präsident ist nun Stefan Orth. Als Vizepräsidenten sollen Andreas Wasilewski und Carsten Pröpper fungieren.

Ex-Präsident Littmann: "Ich bin verwundert"
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Ex-Präsident Littmann: "Ich bin verwundert"

Eine Million Euro Ablöse hat der spanische Meister FC Barcelona Besiktas Istanbul geboten - für einen Zwölfjährigen. Der D-Jugendliche Muhammed Demirci gilt als Riesentalent und wurde von den Katalanen während eines 14-tägigen Aufenthaltes in Barcelona getestet. Sollte Demirci nach Spanien gehen, so würde seine gesamte Familie mitkommen. Fraglich ist derweil noch, ob die Uefa versucht einzugreifen, da der Wechsel als Verstoß gegen Transferbestimmungen gewertet werden könnte. Nachwuchsspieler genießen besonderen Schutz durch die Uefa und den Weltverband Fifa. Auch über die Ablösesumme müsste wohl noch einmal verhandelt werden, denn die Türken fordern drei Millionen für ihr Talent.

Ein gefährliches Nachspiel hatte das 3:3 von Real Madrid gegen den FC Barcelona für die Königlichen. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge soll am Flughafen El Prat eine Gruppe von rund 200 Barça-Fans den Real-Bus umlagert haben. Angeblich konnten acht Polizisten nicht verhindern, dass ein Anhänger dem ohnehin verletzten Gago (Knöchelverletzung) einen Tritt auf den verletzten Fuß versetzte. Laut Mannschaftsarzt soll die Attacke die Verletzung des Argentiniers noch verschlimmert haben.

Karl-Heinz Rummenigge hält eine Fortsetzung der Karriere von Oliver Kahn über 2008 hinaus für möglich. Bayern Münchens Vorstandschef sagte in der "Bild": "Er hat Vertrag bis 2008. Aber ich glaube, dass bei ihm auch dann noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Oliver muss selbst entscheiden, vielleicht kommt er im Dezember zu uns. Wenn er will, dann reden wir." Der frühere Nationaltorhüter erklärte bisher, dass er 2008 seine Karriere definitiv beenden wolle. Für den Fall eines Champions-League-Sieges in dieser Saison hatte er ein früheres Karriereende in Betracht gezogen.

jr/sid/dpa



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