Kurzpässe Barzagli zu Wolfsburg, Pokal-Einnahmen werden neu verteilt

Verstärkung: Der VfL Wolfsburg hat einen weiteren italienischen Nationalspieler verpflichtet. Borussia Dortmund baut weiter Verbindlichkeiten ab. Im DFB-Pokal werden die TV-Einnahmen neu verteilt. In der Ukraine gibt es Probleme wegen eines geplanten Stadion-Neubaus zur EM 2012.


Der VfL Wolfsburg hat sich mit dem italienischen Erstligisten US Palermo auf einen Wechsel des Weltmeisters und aktuellen EM-Teilnehmers Andrea Barzagli geeinigt. Der 27-Jährige wird einen Drei-Jahres-Vertrag beim Uefa-Cup-Teilnehmer unterschreiben. "Wir sind froh, dass die Gespräche mit Palermo zu einem positiven Ergebnis geführt haben. Es spricht für unsere Arbeit, dass ein Spieler dieses Formats zum VfL Wolfsburg wechselt", so VfL-Trainer Felix Magath, "er bringt die Qualität mit, die wir im Kader brauchen, auch im Hinblick auf die Uefa-Cup-Teilnahme."

Andrea Barzagli: Hat einen Drei-Jahres-Vertrag beim VfL Wolfsburg unterschrieben
AP

Andrea Barzagli: Hat einen Drei-Jahres-Vertrag beim VfL Wolfsburg unterschrieben

Der Vorstand des Ligaverbandes hat sich einstimmig auf ein Verteilermodell für die TV-Einnahmen aus dem DFB-Pokal in der Saison 2008/2009 geeinigt. Demnach erhalten Erstrunden-Teilnehmer künftig 96.875 Euro, danach steigen die Beträge von 225.000 Euro (2. Runde) über 450.000 Euro (3. Runde) und 900.000 Euro (4. Runde) auf 1,55 Millionen Euro im Halbfinale. Das teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Donnerstag mit. Darüber hinaus wurde angeregt, die Prämien für die Finalsieger mit einer zusätzlichen Leistungskomponente zu versehen: Der Gewinner des Endspiels soll 2,52 Millionen Euro bekommen, die unterlegene Mannschaft 1,68 Millionen Euro.

Bisher kassierten die beteiligten Clubs folgende Gelder: 370.000 Euro (1.Runde), 459.000 (2.Runde), 549.000 (3.Runde) und 639.000 Euro im Viertelfinale. Für das Finale hatten die beteiligten Mannschaften jeweils den gleichen Betrag (1,5 Millionen Euro) an TV-Geld erhalten. Die neue Verteilung der TV-Gelder wird besonders den FC Bayern München betreffen, denn es gibt für das Livespiel jeder Runde in ARD oder ZDF künftig kein Extrahonorar mehr für die beteiligten Vereine. Die Partien des FC Bayern München wurden aufgrund guter Einschaltquoten sehr oft live übertragen.

"Wir sind davon überzeugt, ein gerechtes und praktikables Modell gefunden zu haben, das sowohl in der Liga als auch im Verhältnis zum DFB konsensfähig ist", erklärte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Die endgültige Entscheidung über die Verteilung der TV-Einnahmen aus dem DFB-Pokal kann nun auf der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 4. Juli fallen.

Alexander Frei, verletzter Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft, steht offenbar doch vor einer Knie-Operation. "Es kann sein, dass ein kleiner Eingriff nötig ist. Es geht ihm gut, aber wir haben eine kleine Instabilität entdeckt", sagte Mannschaftsarzt Cuno Wetzel am Donnerstag. Frei, Stürmer des Bundesligisten Borussia Dortmund, hatte im EM- Eröffnungsspiel gegen Tschechien (0:1) einen Innenbandteilabriss im linken Knie erlitten. "Wir haben mit den Vereinsärzten gesprochen und einige weitere Untersuchungen bei einem Kniespezialisten in Deutschland durchführen lassen", erklärte Wetzel.

Rund drei Jahre nach der drohenden Insolvenz hat Borussia Dortmund seine Finanzlage deutlich besser im Griff. Durch die Vertragsverlängerung mit dem bisherigen Vermarkter Sportfive bis 2020 wird der BVB einen achtstelligen Betrag kassieren, der zum weiteren Abbau von Verbindlichkeiten genutzt werden soll. Schwerpunktmäßig soll zusammen mit den Mitteln eines Kreditvertrages mit einer deutschen Immobilienbank der Kredit bei der Morgan Stanley Bank in London zum 30. Juni 2008 abgelöst werden. Damit wäre das ursprünglich in Höhe von 79,2 Millionen Euro bestehende Darlehen, das seinerzeit zum Rückkauf des Stadions aufgenommen wurde, vollständig zurückgeführt. Folglich würde der Konzern voraussichtlich zum 30. Juni noch Verbindlichkeiten aus der Stadionfinanzierung in einer Höhe von 69,1 Millionen Euro aufweisen.

Andre Luis vom brasilianischen Erstligisten Botafogo Rio de Janeiro bekam für seinen Ausraster nach seinem Platzverweis vor gut zwei Wochen im Punktspiel bei Nautico Recife (0:3) eine Sperre von zwölf Spielen aufgebrummt. Der Innenverteidiger war nach seiner Hinausstellung mit Gesten und Schimpftiraden auf den Schiedsrichter losgegangen und zeigte beim Verlassen des Platzes dem Publikum seinen Mittelfinger. Diese Geste und eine von ihm auf die Fantribüne geschossene Plastikflasche bewogen die Polizei, den 28-Jährigen noch auf dem Platz zu verhaften.

Daraufhin entwickelte sich eine Rangelei zwischen Botafogo-Spielern und den Sicherheitskräften, die auch Schlagstöcke und Pfefferspray zum Einsatz brachten. Wegen des überharten Vorgehens der Polizei erhielt Nautico eine Platzsperre von zwei Spielen. Schlimmer traf es Schiedsrichter Wilson Luis Seneme, der für sechs Monate aus dem Verkehr gezogen wurde, da er angeblich die Polizei zum Eingreifen aufgefordert und im Spielbericht nicht alle Vorfälle aufgeführt haben soll.

"Unter Berücksichtigung der im laufenden Geschäftsjahr bereits erfolgten Tilgungen würden wir dadurch allein im Konzern Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 59,8 Millionen Euro in diesem Jahr abbauen. Im operativen Bereich wäre Borussia Dortmund dann komplett schuldenfrei und somit für die nächsten Jahre finanziell bestens gerüstet", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Ein Offizieller des ukrainischen Fußball-Verbandes räumte ein, dass wegen zu befürchtender Verspätungen beim Bau des Stadions in Kiew die Gefahr bestehe, dass der Ukraine die gemeinsam mit Polen geplante Ausrichtung der EM 2012 wieder entzogen werde. Angeblich soll das asiatische Baukonsortium nicht willens oder in der Lage sein, das für 80.000 Zuschauer geplante Stadion fristgerecht fertig zu stellen. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat dem lokalen Organisationskomitee eine Frist bis zum 18. Juni gesetzt, um die Probleme zu lösen. Die Asiaten sollen inzwischen vorgeschlagen haben, ein Stadion für nur 50.000 Zuschauer zu bauen. Boris Woskresenskij, ein Vertreter des ukrainischen Verbandes, sagte der Zeitung "Sport Express": "Ein Stadion für 50.000 entspricht weder unseren Interessen noch denen der Uefa. Offensichtlich haben die Taiwanesen nicht das richtige Material und nicht die geeigneten Maschinen."

Die Uefa lehnte am Donnerstag bei der täglichen Pressekonferenz in Wien erneut jeden Kommentar ab. Mediendirektor William Gaillard verwies auf die Inspektionsreise von Uefa-Präsident Michel Platini nach Polen und in die Ukraine unmittelbar nach Ende der momentan laufenden Europameisterschaft Anfang Juli. Gaillard: "Wir warten mit Stellungnahmen, bis wir uns vor Ort aus erster Hand informiert haben."

Die Geschäftsstelle des ehemaligen Bundesligisten SSV Ulm wurde von Ermittlern der Staatsanwaltschaft durchsucht. Hintergrund der Aktion sei der Verdacht des Betrugs und der Steuerhinterziehung, teilte die Staatsanwaltschaft Ulm mit. Angeblich sollen sich mehrere Spieler in den vergangenen Jahren nach dem Wechsel zum Verein arbeitslos oder als geringfügig beschäftigt gemeldet haben, obwohl sie beim derzeitigen Oberligisten als Profis beschäftigt waren. So soll der Verein die Zahlung von Sozialabgaben und Steuern vermieden haben. Es wird gegen drei ehemalige Funktionäre und fünf Spieler ermittelt.

Vereinschefin Katja Adler gab keinen Kommentar zum Fall ab. Auslöser der Ermittlungen waren mehrere anonyme Anzeigen. Neben der Staatsanwaltschaft sind auch die Steuerfahndung und das Hauptzollamt in dem Fall aktiv.

jar/sid/dpa/Reuters



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