Kurzpässe Bayern befürchten mehr Druck, Oliver Kahn wechselt das Metier

Der FC Bayern dominiert die Schlagzeilen: Vier Sterne am Trikot, mehr Druck in der Zukunft und ein Torwart, der demnächst den Job wechselt. Und auch ein Ex-Münchner hat etwas zu feiern.


Hamburg - Karl-Heinz Rummenigge erwartet für die neue Saison unter Trainer Jürgen Klinsmann noch mehr Druck für den deutschen Fußball-Meister Bayern München. "Wenn man mal ein Spiel verliert, wie gegen St. Petersburg, hat man den Eindruck, dass die Feinde sehr schnell aus dem Keller kommen und die Messer wetzen. Der Druck wird auch in den nächsten Jahren nicht geringer werden. Ich fürchte sogar, dass es bei Jürgen Klinsmann noch eine Steigerung geben wird", sagte der Vorstandschef in einem Interview mit "Sport1.de".

Bayern-Boss Rummenigge: "Der Druck wird mit Klinsmann nicht geringer werden."
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Bayern-Boss Rummenigge: "Der Druck wird mit Klinsmann nicht geringer werden."

Nach dem Gewinn der 20. Deutschen Meisterschaft schmücken ab der kommenden Saison vier Sterne das Trikot des FC Bayern München. Die Münchner sind der erste Club, dem diese Ehre zuteil wird. Ausschlaggebend sind die Meisterschaften seit der Bundesliga-Gründung im Jahr 1963.

Oliver Kahn wird nach seinem Rücktritt als Profi das Team des ZDF bei Länderspielen verstärken. Wie der Fernsehsender am Freitag mitteilte, soll Kahn ab September als Experte an der Seite von Moderator Johannes B. Kerner die Spiele der Nationalmannschaft bis einschließlich der WM 2010 in Südafrika analysieren. Der Vertrag, der eine Laufzeit bis 31. Juli 2010 hat, sieht darüber hinaus den Einsatz des 86-maligen Nationalspielers am Mikrofon beim DFB-Pokal-Halbfinale 2009 und beim DFB-Pokal-Endspiel 2010 vor.

Lothar Matthäus ist Fußballlehrer. Der Rekordnationalspieler bestand in Köln die Abschlussprüfung seines Sonderlehrgangs bei DFB-Ausbilder Erich Rutemöller. Der 47-Jährige darf damit in Zukunft einen Trainerposten in der Bundesliga übernehmen. Zunächst zieht es den Weltmeister von 1990 aber nach Israel, wo Matthäus beim Erstligisten Maccabi Netanja einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat.

Der ehemalige portugiesische Fußball-Meister Boavista Porto wird wegen Schiedsrichterbeeinflussung in der Spielzeit 2003/04 in die 2. Liga strafversetzt. Boavista, das in der Abschlusstabelle der abgelaufenen Saison den neunten Platz belegt hatte, soll vor drei Spielen in den Jahren 2003 und 2004 Druck auf die Unparteiischen ausgeübt haben, der Klub muss zusätzlich 180.000 Euro Geldstrafe zahlen. Vergleichsweise glimpflich kam der FC Porto davon: Dem Rekordmeister werden wegen Ergebnisabsprachen in zwei Fällen im selben Zeitraum sechs Punkte abgezogen. Da Porto den Titel mit 20 Punkten Vorsprung auf Verfolger Sporting Lissabon holte, beeinflusst das die Tabelle jedoch nicht.

Der Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft Tomas Rosicky muss seine EM-Teilnahme absagen. "Ich muss am Knie operiert werden. Den Eingriff werde ich zu Beginn der kommenden Woche vornehmen lassen", erklärte der Mittelfeldstar, der 2006 von Borussia Dortmund zum FC Arsenal in die Premier League gewechselt war. Rosicky laboriert seit Monaten an einer Knieverletzung. "Ich mache derzeit die wohl schwierigste Phase in meiner Karriere durch. Ich habe den Großteil der Saison nicht für Arsenal spielen können und hatte mich sehr auf die EM gefreut", sagte der 27-Jährige.

Der Vergleich mit dem Zweitligisten TuS Koblenz hat heftige Reaktionen bei den betroffenen Vereinen ausgelöst. Vor allem die nach der Reduzierung der Strafe fast sicher abgestiegenen Clubs SC Paderborn und FC Erzgebirge Aue nahmen den am Donnerstagabend geschlossenen Vergleich, wonach Koblenz in der laufenden Spielzeit statt acht nur sechs und dafür in der kommenden Saison noch einmal drei Zähler abgezogen werden, mit Unverständnis auf. "Wir lassen das juristisch prüfen", sagte Paderborns Hauptgeschäftsführer Martin Hornberger am Freitag. Aues Vizepräsident Bertram Höfer wetterte: "Dass das Urteil auf diese und die nächste Saison verteilt wurde, ist lächerlich." Paderborn und Aue haben durch die Entscheidung statt fünf nun sechs Zähler Rückstand zum rettenden Ufer und kaum noch Hoffnung auf den Ligaverbleib.

Der FC Bayern München hat Andreas Görlitz für ein weiteres Jahr an den Karlsruher SC ausgeliehen. Das teilten die Münchner am Freitag mit. Der 26 Jahre alte Rechtsverteidiger war zu Beginn dieser Saison auf Leihbasis zum KSC gewechselt und hat bisher 31 Bundesligaspiele für den Badener Aufsteiger bestritten.

Mimoun Azaouagh wechselt vom FC Schalke 04 zum VfL Bochum. Der bislang von den Schalkern ausgeliehene Mittelfeldspieler unterzeichnete beim VfL einen Vertrag bis 2012. Der Kontrakt des 25-Jährigen ist sowohl für die Bundesliga als auch die 2. Liga gültig. Der gebürtige Marokkaner wurde in der Winterpause von Schalke ausgeliehen und erzielte in der Rückrunde zwei Tore in 13 Spielen für Bochum.

Der SC Freiburg hat den Vertrag mit Trainer Robin Dutt vorzeitig um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2010 verlängert. "Es ist uns zu Ohren gekommen, dass der eine oder andere Club bei ihm angeklopft hat", sagte SC-Präsident Achim Stocker am Freitag. Dutt hatte im Sommer die Nachfolge des langjährigen Coaches Volker Finke angetreten. Gegenüber der "Badischen Zeitung" zeigte sich Präsident Achim Stocker hochzufrieden mit Dutts Arbeit. "Es gab viele Leute, die nach dem Trainerwechsel gesagt haben: Jetzt steigen sie ab. Manche haben es befürchtet, andere haben es womöglich sogar gehofft." Wäre der Saisonstart unter Dutt jedoch misslungen, "wäre ich ja schon längst nicht mehr Präsident", sagte Stocker der Zeitung weiter. "Da ich den neuen Trainer geholt habe, hätte ich wohl zurücktreten müssen."

Die Verantwortlichen von Hansa Rostock haben verhalten auf das Bekenntnis von Trainer Frank Pagelsdorf zum Verein reagiert. "Das ist keine Sensation. Etwas anderes haben wir auch nicht erwartet, denn er hat bei uns einen Vertrag bis 2009", sagte Aufsichtsratschef Horst Klinkmann. Pagelsdorf war zuvor den Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied an der Ostsee entgegengetreten: "Ich habe hier einen Vertrag und gehe davon aus, dass ich ihn erfülle. Ich fühle mich für diese Mannschaft verantwortlich und auch für die Spieler, die im Sommer nach Rostock kommen wollen."

ruf/sid/dpa



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