Kurzpässe Beckham übel beleidigt, Maniche verstärkt Köln

"Geh nach Hause, Betrüger": David Beckham ist bei den Fans der LA Galaxy unten durch. Der portugiesische Nationalspieler Maniche spielt künftig für den 1. FC Köln. Costa Rica und Mexiko haben das Halbfinale des Gold Cups erreicht, in Bolivien hat ein Zwölfjähriger als Profi debütiert.


Hamburg - David Beckham ist bei seinem ersten Heimauftritt für LA Galaxy nach seinem halbjährigen Gastspiel beim AC Mailand ausgepfiffen und beleidigt worden. Das 2:2 im Freundschaftsspiel zwischen LA Galaxy und Beckhams Ex-Club Milan rückte dabei völlig in den Hintergrund. "Es ist manchmal auch positiv, ausgepfiffen zu werden. Es bringt einem Inspiration", sagte Beckham nach der Partie.

Engländer Beckham vor aufgebrachten Galaxy-Fans: "Du bist übel"
AFP

Engländer Beckham vor aufgebrachten Galaxy-Fans: "Du bist übel"

Ein Anhänger sprang sogar auf das Spielfeld, nachdem ihm der sichtlich aufgebrachte Beckham in der Halbzeitpause vor der Fankurve signalisiert hatte, näher zu kommen. Sicherheitskräfte konnten eine Konfrontation jedoch verhindern. "Der Mann hat Dinge zu mir gesagt, die nicht besonders nett waren. Das ging unter die Gürtellinie. Aber man kann ja auch nicht von jedem geliebt werden." Die 27.000 Zuschauer hatten den 110-maligen englischen Nationalspieler bereits beim Einlaufen heftig ausgepfiffen. Zudem wurde Beckham, der seit Tagen mit einer Rückkehr in die Premier League oder zum AC Mailand kokettiert, mit Plakaten verunglimpft. "Geh nach Hause, Betrüger" und "Du bist übel" war auf den Spruchbändern zu lesen.

Der Wechsel des portugiesischen Nationalspielers Maniche zum 1. FC Köln ist perfekt. Am Montagnachmittag wird der zuletzt vereinslose 31-Jährige bei einer Pressekonferenz im Kölner Trainingslager im österreichischen Velden offiziell vorgestellt. Der Mittelfeldspieler hatte zuvor in Köln erfolgreich die sportmedizinische Untersuchung absolviert. "Guter Name, gute Verpflichtung", kommentierte Nationalstürmer Lukas Podolski den Zugang. Maniche ist der zweite Portugiese im Kölner Kader nach EM-Teilnehmer Petit und neben Podolski (Bayern München) und Sebastian Freis (Karlsruher SC) die dritte Kölner Verpflichtung für die kommende Saison.

Maniche war im April dieses Jahres bei Atlético Madrid aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden. Unter Trainer José Mourinho gewann er mit dem FC Porto 2003 den Uefa-Cup sowie 2004 die Champions-League und den Weltpokal. Bei der EM 2004 im eigenen Land stand er mit Portugal im EM-Finale, bei der WM 2006 unterlag er mit seinem Team im Spiel um Platz Drei Gastgeber Deutschland. Neben Porto und Atlético Madrid spielte Maniche auch beim portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon, dem FC Chelsea und Inter Mailand. Insgesamt absolvierte er 52 Länderspiele.

Torhüter Gerhard Tremmel von Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus ist in der Lausitz unglücklich. "Es ist eine wirklich schwierige Situation für mich. Ich war eigentlich so gut wie weg und jetzt bin ich wieder hier. Da fällt es schwer, fröhlich zu sein", sagte der 30-Jährige der "Lausitzer Rundschau". Seine Kernaussage bestehe weiter: "Ich möchte wechseln."

Er glaube fest daran, bis zum Ende der Transferperiode am 31. August noch einen neuen Verein zu finden. "So selbstbewusst bin ich, dass ich nach den Leistungen der vergangenen zwei Jahre weiter in der Ersten Liga spielen möchte." Tremmel besitzt bei Energie noch einen auch für die Zweite Liga gültigen Vertrag, der bis zum Sommer 2010 läuft. In dem 30-maligen kanadischen Nationaltorhüter Lars Hirschfeld hat Cottbus bereits einen Ersatz verpflichtet.

Costa Rica hat beim Gold Cup das Überraschungsteam aus Guadeloupe in Dallas 5:1 (2:0) besiegt und damit das Halbfinale des kontinentalen Wettbewerbs erreicht. In der Vorschlussrunde trifft Costa Rica am Freitag auf Mexiko. Der Turniermitfavorit gewann sein Viertelfinale gegen Haiti 4:0 (2:0). Das andere Halbfinale bestreiten Gastgeber USA und Honduras. Der Gold Cup ist die Meisterschaft der Nord- und Mittelamerikanischen Verbände. Das Finale findet am Sonntag in New York statt.

Ein Zwölfjähriger hat in Boliviens Meisterschaft ein rekordverdächtiges Debüt gefeiert. Mauricio Baldivieso kam am Sonntag beim 0:1 seines Clubs Aurora Cochabamba gegen La Paz FC sechs Minuten vor der Pause ins Spiel, weil sein Trainer und Vater Julio Baldivieso im Auroro-Kader erhebliche Personalprobleme plagten. Baldivieso junior feierte durch die Premiere im Team seines Vaters, der 1994 bei der WM-Endrunde in den USA für Bolivien in der Vorrunde auch gegen Deutschland (0:1) spielte, als einer der jüngsten Spieler der Fußball-Geschichte sein Debüt in einer nationalen Meisterschaft.

Der US-Amerikaner Freddy Adu war in der USA-Profiliga MLS in Washington bei DC United mit 14 Jahren zu seinem ersten Einsatz gekommen, der Argentinier Sergio Agüero lief im Alter von 15 Jahren zu seinem ersten Erstliga-Einsatz für Independiente Buenos Aires auf. Baldivieso erlitt in der Partie gegen La Paz noch vor dem Seitenwechsel durch ein rüdes Foul eine Knöchelverletzung. Nach ärztlicher Behandlung spielte er die Begegnung jedoch zu Ende.

fsc/sid/dpa



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