Kurzpässe Beckham zögert, Mourinho pöbelt, Zoff ausgeraubt

Erst Stammplatz, dann Verlängerung: David Beckham hat genaue Vorstellungen, wann er seinen neuen Vertrag mit Real Madrid unterschreibt. Italiens Torwart-Ikone holte sich ein blaues Auge, ein Trainer in England wurde ausfallend. Und Oliver Bierhoff will die Anzahl der DFB-Sponsoren reduzieren.

Hamburg - "Das hätte den Vorteil, dass man den Partnern noch stärker bestimmte Themenbereiche zuordnen könnte. Eine Verkleinerung des Partnerpools hätte für mich auch den Vorteil, dass die Rechtesituation wesentlich einfacher würde", sagte Oliver Bierhoff in einem Interview mit "Sponsors". Viele Spieler hätten neben ihren Clubsponsoren auch Privatverträge, so der Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft weiter. "Das führt nicht selten zu schwierigen Rechtekonstellationen mit unseren DFB-Partnern." Kurzfristig lasse sich zwar wenig machen, "da die meisten Verträge noch bis 2008 laufen", aber mittelfristig würde er eine Reduzierung "analog zur Fifa und Uefa sehr begrüßen", so Bierhoff.

David Beckham will seinen 2007 auslaufenden Vertrag bei Real Madrid erst verlängern, wenn er sich wieder einen Stammplatz im Team erkämpft hat. Das berichtete Reals Sportdirektor Predrag Mijatovic in einem Interview mit dem spanischen Fernsehen. "Wir wollen mit ihm verlängern, und es haben auch schon Verhandlungen stattgefunden. Von unserer Seite gibt es kein Problem", so Mijatovic. Aber der ehemalige Kapitän der englischen Nationalmannschaft zögere noch. "Er möchte weitermachen, aber nur, wenn er auch spielt. Deshalb will er erst noch ein wenig abwarten, ob er in die Stammelf zurückkehren kann."

Dino Zoff ist in der vergangenen Nacht Opfer eines Überfalls geworden. Die italienische Torhüter-Ikone wurde unweit seiner Wohnung in Rom von vier bewaffneten Männer ausgeraubt. Zoff, der sich heftig zur Wehr setzte und sich dabei ein blaues Auge einhandelte, musste den Männern 1000 Euro, eine goldene Uhr und seine Handys überlassen. Die vier Diebe konnten mit einem Auto unerkannt entkommen.

Ungarns Rekordmeister Ferencvaros Budapest droht wegen anhaltender Finanzprobleme das Aus. Wie der Vereinsvorsitzende Zsolt Damosy mitteilte, könne der Club nur überleben, wenn sich in den kommenden drei bis vier Wochen ein neuer Investor findet. Den 28-maligen Meister drücken Schulden von über 850 Millionen Forint (3,3 Millionen Euro), weshalb der Traditionsverein bereits zu Saisonbeginn zwangsweise in die 2. Liga versetzt wurde. Es war der erste Abstieg in der 107-jährigen Vereinsgeschichte. Seit mehreren Monaten warten Spieler und Trainer auf Gehaltszahlungen. Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, sei laut Damosy zunächst eine Summe von mindestens 500 Millionen Forint (fast 2 Millionen Euro) nötig. "Noch nie war Ferencvaros einer Katastrophe so nah wie jetzt", so Damosy.

Chelseas Trainer José Mourinho hat sich nach der zweiten Saisonniederlage der Blues mit Schiedsrichter Graham Poll angelegt. "Zwei Spiele mit ihm, und wir haben fünf Punkte verloren", wetterte der Teammanager des englischen Meisters nach dem 1:2 im Derby bei Tottenham Hotspur in der Premier League. Bereits zuvor habe Poll den Titelverteidiger beim 1:1 gegen Aston Villa zwei Zähler gekostet, weil er Chelsea einen klaren Elfmeter verweigert habe, so Mourinho.

Poll hatte an der White Hart Lane einen Treffer von Didier Drogba nicht gegeben und zudem Kapitän John Terry die Gelb-Rote Karte gezeigt. "Anstatt auf den Ball zu schauen, als Drogba trifft, reagiert Graham Poll auf ein Foul von John Terry 20 Meter entfernt. Das ist fantastisch, seine Sicht ist perfekt, außergewöhnlich", ätzte der portugiesische Fußball-Lehrer. "Mein Team hat alles gegeben, hat den Gegner unter Druck gesetzt. Auch in Unterzahl hatten wir Chancen. Aber Herr Poll geht nach Hause, und niemand kann ihn über seine Beweggründe für die Entscheidungen befragen", sagte Mourinho.

goe/sid

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