Kurzpässe Bierhoff kritisiert die Uefa, Sagnol kehrt zurück

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff ist mit dem Setzverfahren für die EM 2008 nicht zufrieden. Die Chancen, dass Deutschland den Zuschlag für die Frauenfußball-WM 2011 erhält, sind durch den Verzicht eines Konkurrenten gestiegen. Willy Sagnol trainiert wieder.


Hamburg - Bierhoff hat die Uefa für ihr Setzverfahren bei der Auslosung für die Europameisterschaft 2008 kritisiert. Der deutschen Mannschaft droht nach derzeitigem Stand der EM-Qualifikation eine extrem starke Vorrundengruppe, weil die Mannschaft mit dem höchsten Koeffizienten in Topf eins mit den automatisch qualifizierten Gastgeber-Nationen Österreich und Schweiz sowie Titelverteidiger Griechenland käme, falls sich das Rehhagel-Team qualifizieren sollte. "Das ist wirklich ein Planungsfehler", erklärte Bierhoff heute in Dublin.

Sagnol (im Februar 2007 gegen Reals van Nistelrooy): Rückkehr ins Training
AP

Sagnol (im Februar 2007 gegen Reals van Nistelrooy): Rückkehr ins Training

"Man hätte Österreich und die Schweiz auch in Topf zwei oder drei setzen können", sagte Bierhoff mit Blick auf die geringere sportliche Qualität der EM-Gastgeber-Teams im Vergleich zu großen Nationen wie Italien oder England: "Wir würden als Gruppenkopf gesetzt. In Topf 3 gibt es aber auch noch starke Mannschaften wie momentan Frankreich. Gut möglich wäre damit eine Gruppe mit Deutschland, Italien und Frankreich oder Deutschland, England und Frankreich."

Nach sechsmonatiger Zwangspause darf sich Frankreichs Nationalspieler Willy Sagnol auf sein Comeback beim FC Bayern München freuen. "Ich kann morgen mit der Mannschaft trainieren. Das macht mich froh nach so einer langen Zeit", sagte der Verteidiger des deutschen Rekordmeisters am Freitag im Interview mit dem DSF. Eine vollständige Rückkehr ins Mannschaftstraining sei dies zwar noch nicht, schränkte Trainer Ottmar Hitzfeld ein, "aber am Techniktraining wird er teilnehmen können".

Trainer Frank Rijkaard vom FC Barcelona hat Spekulationen über einen Wechsel zum englischen Spitzenklub FC Chelsea dementiert. "Ich bin Trainer in Barcelona und habe nicht vor, den Verein zu verlassen", sagte der Niederländer der Sporttageszeitung "Marca". Rijkaard war als möglicher neuer Cheftrainer in London gehandelt worden, nachdem sein früherer Assistent Henk ten Cate von den Blues als Co-Trainer verpflichtet worden war. "Ich habe nichts mit dieser Verpflichtung zu tun", betonte Rijkaard. Informationen, er werde zur nächsten Saison als Chef von ten Cate an die Stamford Bridge wechseln, seien falsch. Er werde seinen Vertrag in Barcelona bis 2009 erfüllen. Chelsea hatte nach der Entlassung von Startrainer Jose Mourinho seinen bisherigen Fußball-Direktor Avram Grant zum Nachfolger des Portugiesen bestimmt.

Eine peinliche 1:5 (1:3)-Niederlage gegen den in der 2. Fußball-Bundesliga noch sieglosen Tabellenletzten SC Paderborn hat sich der Bundesliga-Zweite Karlsruher SC geleistet. Vor 2000 Zuschauern in Reichenbach, der Heimatgemeinde von KSC-Coach Edmund Becker, präsentierten sich die ohne die verletzten Timo Staffeldt, Michael Mutzel und Mario Eggimann angetretenen Karlsruher äußerst zweikampfschwach und dem Zweitligisten taktisch unterlegen. Die Tore für Paderborn erzielten Alexander Löbe (1.), Marc Gouiffe á Goufan (20.), Jan Männer (35.), David Hoilett (76.) und Erwin Koen (79.). Für den Karlsruher Gegentreffer sorgte Sebastian Freis (33.)

Spaniens Nationaltrainer Luis Aragones hat den erneut nicht berücksichtigten Stürmerstar Raul vor dem EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Aarhus gegen Dänemark einmal mehr scharf kritisiert. Nachdem der Coach vom einem Fan im Anschluss an eine Trainingseinheit mit der Ausbootung des Angreifers von Real Madrid konfrontiert worden war, polterte Aragones vor laufenden TV-Kameras, dass Raul mit dem Nationalteam trotz der Teilnahme an drei Welt- und zwei Europameisterschaften nichts gewonnen habe.

Der DFB hat bei seiner Kandidatur um die Ausrichtung der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 einen Mitbewerber weniger. Wie die Fifa heute bestätigte, zog Australien seine Bewerbung zurück. Dies habe Ben Buckley, der Geschäftsführer des australischen Verbandes, in einem Schreiben an die Fifa bestätigt. Damit bewerben sich neben Deutschland nur noch Kanada und Peru um das Turnier in vier Jahren. Die WM-Vergabe erfolgt am 30. Oktober durch das Exekutiv-Komitee der Fifa.

Frauenfußball-Bundesligist SC Freiburg und Trainer Dietmar Sehrig haben aus dem schwachen Saisonstart Konsequenzen gezogen und ihre Zusammenarbeit beendet. Dies geschehe in gegenseitigem Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung, teilte der Verein heute mit. Das Team um Weltmeisterin Melanie Behringer steht nach drei Spieltagen mit nur einem Punkt (2:15 Tore) auf dem letzten Tabellenplatz der Frauen-Bundesliga. "Wir mussten in persönlichen Gesprächen zur Kenntnis nehmen, dass sich zwischen Team und Trainer Spannungen aufgebaut und auch gewisse Risse entwickelt haben, die eine auch perspektivisch erfolgversprechende Kooperation nicht mehr sicher stellten", erklärte Freiburgs stellvertretender Vorsitzender Heinrich Breit die Trennung.

Die Rückkehr auf den Platz ist Ex-Profi Christian Hochstätter (43) nicht gut bekommen. Der Sportdirektor des Bundesligisten Hannover 96 hat sich bei einer gemeinsamen Trainingseinheit mit den 96-Spielern vermutlich einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Auf diesen Befund deutet eine Kernspin-Untersuchung hin. Eine abschließende Diagnose steht nach Angaben des Vereins aber noch aus.

mig/sid/dpa



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